Intensive Gespräche
Kreise: Missverständnis zwischen Haffa und Becker beseitigt

Wie aus EM.TV nahen Kreisen zu erfahren war, wollen Haffa und Becker nun gemeinsam das beste für das Unternehmen tun. Unterdessen gehen die Verhandlungen zwischen Kirch und EM.TV weiter. Analyse: Groteske um EM.TV

vwd MÜNCHEN. Die Missverständnisse zwischen dem Vorstandsvorsitzenden des angeschlagenen Medienkonzerns EM.TV & Merchandising AG, Unterföhring, und Aufsichtsratsvorsitzendem Nicklaus Becker, sind beseitigt. Wie aus EM.TV nahen Kreisen am Donnerstag zu erfahren war, haben sich beide am Mittwochabend zum Essen in München getroffen und unabhängig voneinander erklärt, alle Missverständnisse zwischen ihnen seien aus dem Weg geräumt. Sie wollten jetzt gemeinsam das beste für das Unternehmen tun. In der Vergangenheit waren immer wieder Grüchte aufgekommen, beide verlangten gegenseitig voneinander zurückzutreten.

Unterdessen gehen die Verhandlungen zwischen Kirch und EM.TV weiter. Es gebe "intensive Gespräche", erklärte EM.TV-Sprecher Michael Birnbaum am Donnerstag auf Anfrage und blieb erneut dabei, es handele sich bis zu einem Ergebnis nur noch "um Tage". Presseberichte über Spekulationen, am Mittwoch sei ein Ultimatum verschiedener Banken für EM.TV ausgelaufen, wollte er nicht kommentieren. Richtig sei, wie bereits am Mittwoch erklärt, dass die Banken langsam einen Deal sehen wollen.

Die in einer Zeitung genannte Schuldenhöhe von 2,4 Mrd. DM wollte Birnbaum nicht bestätigen. Im Dezember, als auch das "Memorandum of Understanding" zwischen Kirch und EM.TV bekannt gegeben wurde, hatte der angeschlagene Unterföhringer Medienkonzern das Schuldenvolumen auf zwischen 2,1 Mrd. DM und 2,3 Mrd. DM beziffert. Der Kirch-Einstieg kann, halten sich die Parteien an den Inhalt des Memorandums, eigentlich nicht durch ein Vetorecht von Formel-1 Promotor Bernie Ecclestone, verhindert werden.

Zwar besitzt der Brite Ecclestone die anderen 50 % an der Formel-1, doch eine 49-prozentige Übernahme des 50-prozentigen SLEC der EM.TV, würde die Kontrollrechte nicht verändern. Auch einen Kirch-Einstieg von maximal 16,74 % bei EM.TV beträfe dies nicht. Es war berichtet worden, Speed, die je zur Hälfte mit beiden Formel-1-Eigentümern besetzt ist, unterliege einem so genannten "Kontrollveränderungsvorbehalt", der Ecclestone ein Vetorecht beim Verkauf an eine Sendeanstalt wie Kirch einräume. Der Formel 1-Promotor sei von einem Erwerb der SLEC-Anteile durch Kirch nicht begeistert, hieß es.



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