Inter und Milan im Champions-League-Fieber
Derby furioso in Mailand

Derby furioso in Mailand. Vor dem Champions- League-Halbfinale zwischen AC und Inter Mailand liegt Italiens sonst so nüchterne Wirtschaftsmetropole im Fußballfieber. Hunderttausende Tifosi sehnen dem Anpfiff im ausverkauften Fußball-Tempel San Siro herbei. "Das wird ein unvergessliches Derby", verspricht Milan-Star Clarence Seedorf.

HB/dpa MAILAND. Da beide Clubs in der Meisterschaft am Titelverteidiger Juventus Turin gescheitert sind, stehen sie mit dem Rücken zur Wand. Beide brauchen den Europacup-Triumph. "Den Sieg und großartigen Fußball", fordert Milan-Boss und Ministerpräsident Silvio Berlusconi von seinem Team, dass als leichter Favorit gehandelt wird.

Vom Gehorsam seiner Angestellten wird sich der Medienmogul am Mittwochabend (20.45 Uhr MESZ/live im DSF) im Stadion persönlich überzeugen. Und das allein ist eigentlich Garant genug für einen Milan-Triumph. Denn mit seinem "Glücksbringer" auf der Tribüne hat Milan die letzten beiden Meisterschafts-Derbies nämlich gewonnen. "In den großen Spielen haben wir nie versagt", meinte Milans Stürmerstar Filippo Inzaghi siegessicher. Mit 45 ?pacup-Treffern ist "Super- Pippo" der erfolgreichste aktive Torjäger des Kontinents. Zusammen mit seinem Sturmpartner Andrej Schewtschenko und Spielmacher Rui Costa soll der "Albtraum aller Abwehrspieler" Inters nicht immer sattelfeste Abwehr durcheinander wirbeln.

Für Weltmeister Rivaldo bleibt zunächst nur die Rolle des Edel- Reservisten. Bitter für den Brasilianer, für den "das Cup-Derby das größte überhaupt ist". Neben Rivaldo müssen auch weitere Stars wie der genesene Andrea Pirlo oder Serginho erstmal auf den Bank Platz nehmen. Trainer Carlo Ancelotti kann aus dem Vollen schöpfen und wieder den Kader aufbieten, der im Herbst ganz Europa begeisterte. In der Abwehr setzt Ancelotti auf die wegen ihrer großen Erfahrung "Die vier Professoren" genannten Costacurta, Nesta, Maldini und Kaladze.

Ancelotti hat die Qual der Wahl, sein Gegenüber Hector Cuper, dem wohl nur noch der Champions-League-Titel den Job retten kann, muss hingegen improvisieren. Am schlimmsten trifft den Argentinier die schwere Knieblessur von Christian Vieri. Der bullige Mittelstürmer schoss Inter im Alleingang ins Halbfinale und ist mit 27 Saisontoren Italiens Goalgetter Nummer 1. "Ohne Vieri ist Inter deutlich schwächer", meint auch Italiens Nationaltrainer Giovanni Trapattoni. Eine Siegchance billigt der "Maestro" den Schwarzblauen aber dennoch zu, da "auch das Sturmduo Recoba/Crespo wahrlich nicht schlecht ist".

Auch ohne Vieri will sich Inter im "Auswärtsspiel" bei Milan nicht verstecken. "Jetzt werdet ihr das wahre Inter sehen", verspricht Nationalverteidiger Fabio Cannavaro den 8000 Inter-Fans unter den 60 000 Zuschauern. Sollte Inter ein Coup gegen Milan gelingen, darf sich der Club über einen prominenten Fan-Zugang freuen. "Wenn Milan ausscheidet, halte ich im Finale zu Inter", gestand Milan-Boss Berlusconi in einem Anflug von unerwartetem Lokalpatriotismus der "La Gazzetta dello Sport". Sein Traum aber sieht anders aus: "Ein Champions-League-Finale zwischen Juventus Turin und dem AC Mailand".

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