Interaktives Fernsehen
Vision für 2010: Einkauf und Reisebuchung per TV

Einkaufen oder das Buchen von Reisen direkt über das Fernsehgerät per Fernbedienung sind noch Zukunftsmusik. Ein Pilotprojekt demonstriert seit Mittwoch auf der diesjährigen Computermesse CeBIT in Hannover bereits diese Möglichkeiten des interaktiven Fernsehens.

Reuters HANNOVER. Zusammengefunden haben sich für dieses Projekt der zum Karstadt-Konzern gehörende Versandhandel Neckermann, Europas zweitgrößter Reisekonzern Thomas Cook, der Fernsehsender ProSieben Sat.1 Media AG, der TV-Gerätehersteller Sony und die Heidelberger Druckmaschinen AG.

"Wir wollen früh dabei sein", sagt Oliver Rengelshausen, Leiter E-Commerce bei Thomas Cook. Das Prinzip klingt einfach: Zu einer TV-Sendung über Reisen lassen sich per Fernbedienung zusätzliche Informationen ähnlich wie am Computer aufrufen. Der TV-Empfang kann zum Beispiel während eines Reise-Werbespots auch unterbrochen werden. Der Zuschauer kann sich dann seinen persönlichen Katalog mit wenigen ausgewählten Reisezielen zusammenzustellen. Dieser Katalog werde einem dann binnen weniger Tage zugesandt, sagt Rengelshausen. Ähnlich lassen sich auch andere Waren am Bildschirm auswählen und bestellen, unterstützt durch begleitende Informationen.

Werbung für den digitalen Reisekatalog

Thomas Cook-Chef Stefan Pichler warb bereits vor wenigen Tagen auf der Internationalen Tourismus-Börse für den digitalen Reisekatalog. Doch wann der persönliche Katalog ein echter Ersatz für die Millionen mehr oder minder dicken Reisekataloge werden könnte, die Jahr für Jahr in den Reisebüros verteilt werden, vermag man bei Thomas Cook nicht zu sagen.

Die Techniken seien vorhanden und einsetzbar, heißt es bei der Heidelberger Druckmaschinen AG, die sich von innovativen Anwendungen wie dem digital erstellten Katalog Zuwachs für das eigene Geschäft verspricht. "Doch das ganze ist noch eine Vision, sagen wir für 2010", sagt Heidelberg-Sprecher Thomas Fichtl. "Denn eine entscheidende Voraussetzung ist die Ausweitung des interaktiven Fernsehens."

Die Zahl digitaler Fernsehempfänger hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland bereits spürbar erhöht. Für den interaktiven Gebrauch ist allerdings eine zusätzliche so genannte MHP-Box nötig. Deren Zahl schätzt Sony derzeit allerdings auf gerade mal 20 000 bis 25 000. Doch mit der Einigung auf den MHP-Standard sei die Basis für eine schnelle Verbreitung der Technologie gelegt, sagt ein Sony-Sprecher.

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