Interessante Wachstumspotenziale für Bauzulieferer im Bereich Infrastrukturtechnik
Pfleiderer legt beim Umsatz zu

Nach dem Ergebnisabsturz im Geschäftsjahr 1999/00 will der Bauzulieferer seine Renditekennzahlen bereits im laufenden Jahr wieder deutlich verbessern, mit dazu beitragen soll auch die Schließung von drei Werken.

um MÜNCHEN. Der seit April diesen Jahres amtierende Vorstandsvorsitzende der Pfleiderer AG, Neumarkt, ist optimistisch. Der Bauzuliefer-Konzern, der im Geschäftsjahr 1999/2000 (31.5.) in die roten Zahlen gerutscht ist, werde seine Restrukturierung bis Jahresende weitgehend abgeschlossen haben, erklärte Ralf H. Bufe bei der Vorlage der Bilanz: "Sämtliche Fundamentaldaten und Renditekennzahlen werden sich im laufenden Geschäftsjahr deutlich verbessern."

Bis Ende 2000 sollen die Standorte Peiting (Holzwerkstoffe) und Gütersloh (Türen) geschlossen werden. Das Dämmstoffwerk Hamburg folgt im ersten Quartal 2001. Zusammen mit dem Abbau von 150 Beschäftigten am Stammsitz, dem Verkauf der 50prozentigen Beteiligung an der französischen Pannovosges und der Tochter Katz GmbH reduziert sich die Mitarbeiterzahl dadurch um rund 1 400 Personen. In den verbleibenden Werken wird die Beschäftigtenzahl um rund 100 auf 9 200 Personen aufgestockt, um die Kapazitäten mit Hilfe zusätzlicher Schichten optimal zu nutzen. Für die Restrukturierung wurden 1999/00 56 Mill. Euro zurückgestellt.



Konzernergebnis hat sich um fast 17 % verbessert

Mit einer Steigerung auf 341,8 (304,7) Mill. Euro im ersten Quartal 2000/01 liege die Umsatzentwicklung "auf Kurs", betonte Bufe. Für das Gesamtjahr ist ein Volumen von 1 475 (Vj. 1437,8) Mill. Euro geplant. Das Konzernergebnis vor Steuern habe sich um fast 17 Prozent auf 7,6 Mill. Euro verbessert und biete "beste Voraussetzungen", das angestrebte operative Jahresergebnis von rund 51 (Vj. 3) Mill. Euro zu erreichen.

Dazu soll auch die Reduzierung des negativen Finanzergebnisses auf 30-35 (Vj. 40) Mill. Euro beitragen. Finanzvorstand Helmut Rauscher hofft, die Bankverbindlichkeiten bis Jahresende auf unter 500 (Vj. 646) Mill. Euro drücken zu können. Man werde sich bei den Investitionen zurückhalten (Vj. 215 Mill. Euro) und den Forderungsbestand reduzieren. Beim außerordentlichen Ergebnis erwartet Rauscher einen positiven Saldo von 15-20 Mill. Euro. Weil noch ein steuerlicher Verlustvortrag von 15-20 Mill. Euro bestehe, werde die Steuerquote etwa 15 Prozent betragen. Damit könnte der Konzernjahresüberschuss 2000/01 wieder über dem Wert von 1998/99 (34,8 Mill. Euro) liegen. Im Vorjahr wurden 8,6 Mill. Euro Fehlbetrag ausgewiesen.



Infrastrukturtechnik bietet Wachstumpotenzial

Von den vier Kerngeschäftsbereichen Holzwerkstoffe, Infrastruktur, Türen und Fenster sowie Dämmstoffe bietet die Infrastrukturtechnik (Eisenbahnschwellen, Windkrafttürme, Mobilfunksendemasten und Leitungsmasten aus Beton) für Bufe das "interessanteste Wachstumspotenzial".

Bei der Prognose eines jährlichen Umsatzwachstums von sieben Prozent und einer Steigerung der Ebit-Marge (Ergebnis vor Zinsen und Steuern in Relation zum Umsatz) von derzeit 12,6 um jährlich zwölf Prozent seien die Wachstumschancen im Zusammenhang mit der neuen Mobilfunkgeneration UMTS und dem steigenden Einsatz von Windkraft jedoch vorsichtig bewertet.

Bei Holzwerkstoffen werden jährliche Umsatzsteigerungen von im Schnitt drei Prozent und eine Steigerungen der Ebit-Marge von derzeit 5,8 Prozent auf jährlich 20 Prozent angepeilt. Dämmstoffe sollen beim Umsatz um sechs Prozent p.a. zulegen und die Ebit-Marge von zuletzt-1,9 auf 9,7 Prozent in 2002 verbessern. Bei Türen und Fenster werde der Umsatz moderat um ein Prozent p.a. zulegen. Die Ebit-Marge soll bis 2002 von 1,2 auf 7,5 Prozent steigen.

Die Internationalisierung soll vorangetrieben werden. Im Fokus stehen dabei Asien (vor allem China) und Nordamerika. Der Auslandsanteil von derzeit 40 soll sich in Richtung 50 Prozent bewegen.

Der HV am 6. Dezember werden 0,30 Euro Dividende je Stückaktie vorgeschlagen. Die Großaktionäre, die 70 Prozent des AK halten, verzichten auf eine Ausschüttung.



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