Interesse an Altersteilzeit steigt
IG Metall will 2002 reine Lohnrunde

dpa FRANKFURT/MAIN. Die IG Metall will 2002 eine reine Lohnrunde führen, um die Einkommen der 3,4 Mill. Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie zu verbessern. "2001 wird für unsere Kollegen eng", sagte der zweite IG Metall-Vorsitzende Jürgen Peters am Dienstag in Frankfurt. Ab 1. Mai nächsten Jahres erhalten die Metaller lediglich eine Anhebung von 2,1 %. Dies ist die zweite Stufe in dem bis Februar 2002 laufenden Tarifvertrag, der eine Beschäftigungsbrücke zwischen Jung und Alt über die Altersteilzeit zum Ziel hatte.

Trotz anziehender Verbraucherpreise in Folge der Ölpreisexplosion werde die IG Metall aber "tariftreu" bleiben, betonte Peters. Ob der im Frühjahr zu Stande gekommene Abschluss den erhofften Beschäftigungseffekt gebracht hat, lässt sich nach Darstellung des Tarifexperten im IG Metall-Vorstand noch nicht abschätzen. Da noch viele Details hätten geklärt werden müssen, laufe das Interesse an der Altersteilzeit nun erst an.

Reform der Einkommenstarife geplant

Die bevorstehende lohnpolitische Pause will die IG Metall 2001 für eine radikale Reform der Einkommenstarife nutzen. Im Zentrum steht dabei ein gemeinsamer Entgelt-Tarifvertrag für Arbeiter und Angestellte. "Die Ungerechtigkeit zwischen Arbeitern und Angestellten, zwischen Zeit- und Leistungslöhnern sowie zwischen Männern und Frauen müssen abgebaut werden", verlangte Peters.

In den bestehenden Tarifverträgen stammten die Kriterien für die Bewertung der Arbeit noch aus der Zeit der Lochstreifen und Kugelkopfschreibmaschinen. Heute arbeiteten Maschinenführer im Team mit Ingenieuren zusammen und entwickelten gemeinsam neue Produkte. Der eine werde aber nach dem Arbeiter-Tarifvertrag, der andere nach dem Angestellten-Tarifvertrag bezahlt, monierte Peters.

In den Spitze kommt der Arbeiter auf einen Tariflohn von maximal 4 328 DM. Ein vergleichbarer Angestellter, etwa in Bayern, erhalte monatlich bis zu 7 307 DM. "Diesen Anachronismus müssen wir überwinden." Die Arbeitgeber forderte Peters auf, die bereits 1978 begonnen Verhandlungen über einen gemeinsamen Entgelt-Tarifvertrag endlich zum Abschluss zu bringen. Ob die IG Metall in diesem Punkt mobilisierungs- und streikfähig sein werde, lies Peters offen. In der chemischen Industrie wurde ein entsprechender Tarifvertrag bereits Ende der 80er Jahre unter Dach und Fach gebracht.

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