Interesse an Credit Lyonnais
Gewinn von Credit Agricole eingebrochen

Der Gewinn der französischen Bank Credit Agricole ist im dritten Quartal wegen Wertverlusten bei Firmenbeteiligungen um rund 30 Prozent eingebrochen. In einem Zeitungsinterview bekräftigte Agricole-Topmanager Rene Carron zudem das Interesse der Bank an einer Übernahme von Credit Lyonnais (CL).

Reuters PARIS. Die Bank bezifferte den Netto-Quartalsgewinn am Donnerstag auf 145 Millionen Euro, während Analysten im Durchschnitt 218 Millionen Euro erwartet hatten. "Haupteinflussfaktor waren die Auswirkungen der Finanzkrise auf unseren Beteiligungsbesitz", sagte Finanzchef Gilles de Margerie. Dafür seien Rückstellungen über 153 Millionen Euro gebildet worden. Analysten bezeichneten die Ergebnisse im Firmenkundengeschäft und dem Investmentbanking als enttäuschend.

Mit Blick auf den überraschenden Einstieg von BNP Paribas bei der Bank Credit Lyonnais, mit der Credit Agricole schon länger zusammengehen will, sagte Agricole-Manager Carron in einem Interview mit der Tageszeitung "Les Echos": "Wir haben einen Satz verloren, aber nicht das ganze Match." Jeder Manager bei Agricole sei bereit zu kämpfen. Finanzchef de Margerie erklärte dagegen, Agricole wolle keinen Mondpreis für die Kontrolle von Lyonnais bezahlen und deutete an, dass auch ein Verkauf des gut zehnprozentigen Anteils in Frage komme. Es gebe noch immer die Möglichkeit, bei einem Einverständnis des CL-Managements ein Angebot zu einem angemessenen Preis mit guten Erfolgsaussichten abzugeben. "Es gibt aber auch ein Preisniveau, zu dem wir verkaufen könnten", sagte de Margerie.

BNP hatte am Wochenende den 10,9-prozentigen Staatsanteil an Lyonnais für rund 2,2 Milliarden Euro oder 58 Euro je Aktie ersteigert und war damit zum größten Aktionär des Instituts aufgestiegen. Dabei hatte BNP einen kräftigen Aufschlag zum aktuellen CL-Aktienkurs gezahlt.

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