Interesse an Sinn Leffers
Karstadt-Quelle-Chef Urban will Kosten senken

Europas größter Warenhaus- und Versandhandelskonzern Karstadt-Quelle will bis zum Jahr 2003 zusätzlich rund 500 Mill. DM einsparen.

dpa DÜSSELDORF. Rund zwei Wochen nach seinem Amtsantritt sagte Karstadt-Quelle-Chef Wolfgang Urban bei seinem ersten großen öffentlichen Auftritt am Dienstag in Düsseldorf, zusammen mit weiterem Wachstum werde das Unternehmen bis 2003 sein angekündigtes Vorsteuer-Ergebnis von 1,425 Mrd. DM erreichen.

Die Börse reagierte zunächst mit einem Kurssprung um rund drei Prozent auf knapp 40 Euro. Der Kurs fiel bis zum Mittag aber wieder auf den Ausgangswert zurück. Der langjährige Konzernchef Walter Deuss hatte seinen Posten Ende September nach dem Eingeständnis einer verfehlten Ergebnisprognose geräumt.

Nach einem Umsatzanstieg in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 4,8 % auf 20,9 Mrd. DM erwartet der Konzern für das Gesamtjahr 2000 ein Umsatzplus von 3,5 %. Beim Ergebnis vor Steuern wolle Karstadt-Quelle im laufenden Jahr sogar um mehr als 15 % auf 516 Mill. DM zulegen, sagte Urban. Bereits im kommenden Jahr sollen durch das vorgelegte Zehn-Punkte-Programm Einsparungen von rund 100 Mill. DM erzielt werden.

Zu den Kernpunkten zählen unter anderem Einsparungen in den Bereichen Logistik und Verwaltung sowie eine Halbierung der Lagerflächen in den Warenhäusern. Durch eine Ausgliederung der Konzernimmobilien ab Anfang kommenden Jahres in eine eigene Gesellschaft sollen daneben Steuervorteile in Millionenhöhe erzielt werden.

Eine mögliche Schließung von bis zu 30 Warenhäusern, über die spekuliert worden war, wollte Urban nicht bestätigen. Für kleine Filialen, die nicht zur Umrüstung auf das neue Themenhaus-Konzept des Konzerns geeignet seien, werde bis zum kommenden Frühjahr ein Konzept fertig gestellt.

Künftig werde sich der Konzern insbesondere auf die vier Bereiche Mode, Sport, Technik und Touristik konzentrieren, sagte Urban. In den Geschäftsfeldern Mode und Sport stehe Karstadt-Quelle derzeit in Deutschland auf dem Spitzenplatz und nehme auch in Europa eine der führenden Positionen ein.

Ein weiterer Ausbau dieses Geschäfts sei unter anderem durch eine mögliche Übernahme der Textilfilialkette Sinn Leffers geplant. Derzeit stehe Karstadt-Quelle in "fortgeschrittenen Verhandlungen" über den Erwerb einer Mehrheit an dem Hagener Unternehmen von der Schickedanz-Gruppe. Im Bereich Sport sei durch eine weitere Spezialisierungsstrategie eine Verdoppelung des Umsatzes geplant.

Durch die Nutzung der zahlreichen bereits im Konzern vorhandenen Kundenbeziehungen wolle der Konzern sein Touristik-Geschäft weiter stärken. Karstadt-Quelle ist zu 50 % an dem hinter der Preussag zweitgrößten deutschen Touristik-Konzern C&N beteiligt.

Einen "enormen Schub" erwarte Karstadt-Quelle durch den Ausbau des elektronischen Handels (E-Business). Urban: "E-Business ist für uns der Weg, das gesamte Geschäft nach vorne zu bringen." Bereits im laufenden Jahr wolle der Konzern seinen Umsatz in diesem Bereich um rund 500 Mill. DM auf 700 Mill. DM steigern. Bis 2004 seien im E-Business Investitionen von rund 500 Mill. DM geplant.

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