Interesse der Öffentlichkeit deutlich geringer
Im SDax überzeugen solide Dividenden

Für einen kurzen Zeitraum schien es fast so, als sei der Kleine selbstständig geworden. Während sich der Dax ab Ende Januar fast kontinuierlich nach unten entwickelte, ging es für seinen "kleinen" Bruder, den SDax, immerhin noch bis Mitte Februar nach oben. Danach verlor er jedoch ebenfalls an Boden. Insgesamt notiert er heute um etwa 13 % schwächer als im Januar. Zum Vergleich: Der Dax liegt immerhin um 18 % tiefer.

sfu DÜSSELDORF. Als Grund für den verzögerten Kursrückgang nennt Heiko Bienek, Fondsmanager bei Lupus Alpha: "Nach dem Niedergang des Neuen Marktes waren die Investoren auf der Suche nach wachstumsstarken, aber weniger risikoreichen Anlagemöglichkeiten und wurden im SDax fündig". Ganz habe sich der Index dann doch nicht von der allgemeinenen Marktentwicklung abkoppeln können.

Im SDax stehen die 100 größten Unternehmen (Börsenumsatz und Marktkapitalisierung) des Smax-All-Share-Index. Sie verpflichten sich zu hoher Transparenz: "Die 128 Smax-Teilnehmer müssen Quartalsberichte veröffentlichen, mindestens 20 % ihrer Titel im Streubesitz halten und regelmäßig Analystentreffs veranstalten", sagt Deutsche-Börse-Sprecherin Candice Adam. Für die Experten ist der Smax deshalb weiterhin interessant. "Die größte Chance für Investoren ist dabei, dass dort viele solide Werte mit einer vergleichsweise moderaten Bewertung notiert sind", sagt Andreas Wiederhold, Analyst bei Independent Research. Denn auf Grund der geringen Marktkapitalisierung der meisten Unternehmen würden die Werte von institutionellen Anleger kaum beachtet.

Das Interesse der Öffentlichkeit sei gering, die Volatilität des Indizes nicht sehr hoch. "Auf gute Unternehmensnachrichten reagieren die Kurse manchmal nicht sofort", erklärt Wiederhold. Er richtet seinen Blick vor allem auf Firmen der Rubrik "value stocks" - etwa Autozulieferer, Maschinenbauer oder Konsumgüterhersteller, die ihren Aktionären eine regelmäßige, solide Dividende zahlten. Als "Top-Empfehlungen" führt Independent Research u.a. die Maschinenbauer Gildemeister und Walter, die im Kunststoffbereich tätige Graphit Kropfmühl und den Elektronik-Konzern Loewe.

Fondsmanager Bienek hat die Finanzdienstleister als mögliche Small-Cap-Gewinner ausgemacht. Zwar sind gerade sie, etwa das MWB Wertpapierhaus, im vergangenen Halbjahr mit Verlusten bis zu 80 % abgestraft worden. Grund dafür sei jedoch, dass sich "vor allem die institutionellen Anleger von der Branche verabschiedet haben", sagt Bienek. Die Aufmerksamkeit der Großinvestoren führe im Gegenzug dazu, dass die "gut aufgestellten" Finanzdienstleister bei einem Aufwärtstrend die ersten seien, die wieder anzögen. Bessere Zeiten sehen die Experten ab 2002. Zum einen müssen Smax-Unternehmen ihre Berichterstattung dann nach den internationalen Bilanzregeln von IAS oder US-GAAP gestalten. Zum anderen wirke die Steuerreform, nach der Beteiligungsverkäufe steuerfrei sind. Die Strukturen der überwiegend traditionellen Konzerne könnten sich auflösen. Ein größeres Handelsvolumen und Übernahmephantasien trieben dann möglicherweise auch im SDax die Kurse, glaubt Bienek.

Schwarze Schafe finden sich aber auch unter den Mittelständlern. Analyst Wiederhold findet das Geschäftsmodell einzelner Unternehmen wie des Software OAR Consulting-Produzenten und des Spielzeughändlers Toys International wenig überzeugend. Manchmal mache auch die schlechte Konjunktur den Firmen zu schaffen. Betroffen seien vor allem Firmen im Baubereich wie Burgbad und Porta Systems.

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