Interessen der Kleinaktionäre werden nicht gewahrt
Spütz empfiehlt Aktionären Ablehnung des Übernahmeangebots

Die Spütz AG, Düsseldorf, empfiehlt ihren Aktionären, die Übernahme-Einladung der NewMedia Spark Holding GmbH, Berlin, abzulehnen bzw bereits abgegebene Zusagen zurückzunehmen.

vwd FRANKFURT. Wie der alleinige Vorstand Bernhard Freytag auf einer Pressekonferenz am Montag mitteilte, ist das Angebot nicht im Sinne der Aktionäre und des Unternehmens. Die Einladung an die Spütz-Aktionäre, ihre Aktien für 8,50 Euro zu übernehmen, entspreche nicht einmal dem Substanzwert des Unternehmens. Dieser habe zum 31. Dezember 2000 inklusive der Beteiligung an der Deutsche Börse AG bei 12,50 Euro gelegen.

Zudem plane New Media Spark die Neuausrichtung des Finanzdienstleisters Spütz hin zur Konzentration auf das Venture-Capital-Geschäft (VC), woraus nach aktuellen Informationen keine wesentlichen Synergieeffekte ersichtlich seien. Das VC-Geschäft bringe derzeit keinerlei Einnahmen, sondern erzeuge nur Kosten, erklärte der Vorstand. Wie aus einem Interview von Michael Whitaker, Vorstandsvorsitzender der Muttergesellschaft NewMedia Spark plc, hervorgehe, solle die Übernahme durch einen Beteiligungsverkauf finanziert werden. Dies habe Whitaker bereits bei der Übernahme der Firma GlobalNet gezeigt, die vollständig zerlegt worden sei.

Auch würden die Interessen der Kleinaktionäre nicht gewahrt, da laut Einladung weniger als ein Drittel der Titel freier Aktionäre erworben werden sollen. Darüber hinaus seien Aktionäre in den USA, Kanada, Australien und Japan ohne sachliche Begründung von der Einladung ausgeschlossen. NewMedia Spark habe bislang keine einzige Erfolgsstory unter seinen 50 bis 60 Beteiligungen aufzuweisen, betonte Freytag. Eine Änderung der ablehnenden Haltung sei nur möglich, wenn sich NewMedia Spark ebenfalls zur Einhaltung des Kodex der Übernahmekommission verpflichte, ein offizielles Angebot an wirklich alle Aktionäre richte und einen besseren Übernahmepreis anbiete.

Derzeit führe Spütz konkrete Verhandlungen mit mehreren Adressen - darunter auch mit einer mittelgroßen Bank - bezüglich der Zukunft des Unternehmens, bestätigte der Vorstand entsprechende Meldungen, wollte sich jedoch zum Stand der Verhandlungen sowie zur Identität möglicher Interessenten nicht äußern. Konkrete Gespräche habe es auch schon vor dem NewMedia-Angebot gegeben, nun seien aber weitere mögliche Partner hinzugekommen. Der Online-Broker Consors sei jedoch nicht darunter, dementierte Freytag entsprechende Spekulationen. Er sei zuversichtlich, dass eine gute Lösung für die Aktionäre heraus kommen werde, so der Vorstand weiter.

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