Interessenkollisionen
Boenisch legt Aufsichtsratsmandat bei Springer nieder

afp BERLIN. Der Publizist Peter Boenisch hat sein Aufsichtsratsmandat bei Springer vorzeitig niedergelegt. Das teilte der Verlag am Montag in Hamburg mit. Der frühere Chefredakteur der Springer-Zeitungen "Bild" und "Die Welt" begründete seinen Schritt mit Interessenkollisionen zwischen der Aufsichtsratstätigkeit und seiner publizistischen Arbeit. Der 73-Jährige ist unter anderem als Kolumnist für die "Bild"-Zeitung tätig.

Boenisch erklärte, seine publizistische Arbeit habe für ihn Priorität. Er fügte hinzu: "Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit sind hierfür zwingend. Die einem Aufsichtsratsmitglied auferlegte besondere Zurückhaltung im Hinblick auf öffentliche Äußerungen behindert mich. Eine klare Trennung meiner Tätigkeiten liegt im beiderseitigen Interesse." Näher zu den Gründen seiner Entscheidung äußerte sich Boenisch nicht.

Nach Informationen von "Focus" geht Boenischs Rückzug aus dem Aufsichtsrat auf "konzerninterne Differenzen" zurück. Springer-Manager hätten sich empört, dass Boenisch im Januar in "Bild" viel Verständnis für die Polizisten-Attacke des heutigen Außenministers Joschka Fischer (Grüne) im Jahr 1973 gezeigt habe, berichtet das Münchner Magazin in seiner neuen Ausgabe. Damit habe Boenisch der 68er-Bewegung mit ihrer Parole "Enteignet Springer!" das Wort geredet, laute der Vorwurf.

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