Interessenten für alle Teile
Fairchild Dornier wird zerschlagen

Die Zerschlagung des insolventen Flugzeugbauers Fairchild Dornier ist kaum noch zu vermeiden. Es gebe keinen Bieter für das Gesamtunternehmen mit gesicherter Finanzierung, teilte Insolvenzverwalter Eberhard Braun am Montag nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses mit.

HB/dpa OBERPFAFFENHOFEN. Es gebe aber Interessenten für alle Einzelteile des Unternehmens. Damit dürften sowohl die Produktion des Regionaljets 328 und die Airbus-Komponentenfertigung als auch das ehrgeizige 728Jet-Programm eine Zukunft haben. Der Gläubigerausschuss traf am Montag entgegen den Erwartungen noch keine endgültige Entscheidung über den Verkauf.

Das Traditionsunternehmen Fairchild Dornier mit mehr als 3000 Beschäftigten hatte Anfang April Insolvenz angemeldet. Ursprünglich hatte es drei Interessenten für das Gesamtunternehmen gegeben. Das russische Konsortium aus Basic Elements und den Irkutsk Flugzeugwerken biete aber nur noch für das 728-Programm und die Airbus-Teilefertigung, berichtete Braun. Der frühere Chefentwickler des 328Jet, Earl Robinson, und die Schweizer Investorengruppe AFC wiederum hätten nicht die notwendigen Finanzierungsnachweise erbracht. Um noch einmal in den Wettbewerb einzusteigen, müssten sie kurzfristig eine Reihe von Nachweisen erbringen. Dies gilt derzeit als wenig wahrscheinlich.

Braun will den Verkauf in jedem Fall noch in diesem Jahr über die Bühne bringen. Dabei spielt das russische Konsortium eine Schlüsselrolle. Es bekommt laut Braun bis Freitag Zeit, ein unterschriebenes Vertragsangebot für das 728-Programm und die Airbus - Teilefertigung vorzulegen. Wenn bis dahin nicht doch noch überraschend ein Bieter für das Gesamtunternehmen die Bedingungen erfüllt, soll das russische Angebot angenommen werden. Die Produktion des für gut 30 Passagiere ausgelegten 328 Jet und der Kundendienst werden dann an die US-Investmentfirma Schreiber, Dimeling and Park verkauft. Für den Wartungsbereich schließlich soll die Schweizer Gesellschaft RUAG den Zuschlag erhalten, wenn sie sich auch für diesen kleineren Einzelbereich interessiert. Andernfalls sollen beim Wartungsbereich andere Bieter den Zuschlag erhalten.

Die hohen Entwicklungskosten für den noch nicht fertigen Regionaljet 728 für 70 bis 85 Passagiere hatten Fairchild Dornier in finanzielle Schieflage gebracht.

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