Intermarché verschwindet
Banken retten Spar-Gruppe

Die angeschlagene Spar-Gruppe ist vorläufig gerettet. Die Banken und der französische Mehrheitsaktionär ITM Enterprises S.A. haben der weiteren Finanzierung der Sanierung zugestimmt, teilte die Spar Handels-AG am Donnerstag in Schenefeld bei Hamburg mit. Nähere Details zu den Verträgen sollen nicht veröffentlicht werden.

HB/dpa SCHENEFELD. Die Verhandlungen mit mehr als 20 deutschen und französischen Banken hatten sich über Wochen hingezogen und waren nach Angaben der "Lebensmittel-Zeitung" unter nervenaufreibenden Umständen geführt worden.

Das Sanierungskonzept sieht vor, dass sich Spar komplett von seinen Verbrauchermärkten trennt. Danach wird das Unternehmen bis Ende dieses Jahres weitere 100 Verbrauchermärkte unter den Markennamen EuroSpar oder Intermarché schließen und 170 Objekte verkaufen oder an selbstständige Händler innerhalb der Spar-Gruppe geben. Der Markenname Intermarché wird vom deutschen Markt wieder verschwinden. Spar selbst will sich auf den Großhandel und die Discount-Kette netto konzentrieren.

Seit Anfang des vergangenen Jahres wurden bereits 44 Verbrauchermärkte an Wettbewerber verkauft und 71 geschlossen. Laut "Lebensmittel-Zeitung" benötigt Spar für die letzte Etappe der Sanierung noch 500 Mill. ?. Der Personalabbau des vergangenen Jahres setzt sich vermutlich fort. Im Konzern waren zum Jahresende 35 500 Mitarbeiter beschäftigt, das sind 1500 weniger als ein Jahr zuvor.

Die Spar-Gruppe ist mit einem geschätzten Lebensmittelumsatz von knapp sieben Mrd. ? der siebtgrößte deutsche Lebensmittelhändler. Das Unternehmen kränkelt seit Jahren vor sich hin und hat mehrere Vorstands- und Strategiewechsel hinter sich. Der 85-Prozent-Aktionär ITM hat seit 1997 mehrere 100 Mill. ? in die Spar gesteckt, ohne die Gewinnzone erreichen zu können. Über das missglückte Spar-Engagement ist der langjährige Intermarché- Generalsekretär Alain Rocher gestürzt. Zeitweise hatten Medien spekuliert, dass ITM die Spar ganz fallen lassen und an einen Wettbewerber verkaufen könnte.

Für Spar stehe nun die Übergabe der profitabel arbeitenden Märkte an selbstständige Einzelhändler im Mittelpunkt, erklärte Vorstandsvorsitzender Fritz Ammann. "Sie haben die besten Voraussetzungen, ihre Märkte flexibel auf die sich laufend verändernden Marktbedürfnisse auszurichten." Mit der Rückkehr zu den Wurzeln der Spar habe das Unternehmen den richtigen Weg eingeschlagen, um sich erfolgreich im Wettbewerb zu behaupten. Insgesamt beliefert die Spar Handels-AG rund 2700 selbstständige Einzelhändler.

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