Internationale Akzeptanz der Währung sei groß
Eichel erwartet eher Preissenkungen bei Euro-Umstellung

Die Einführung des Euro-Bargeldes per 1. Januar 2002 wird "einen inflationsbegrenzenden Impuls auslösen". Mit dieser Feststellung vor der Euro-Konferenz in Frankfurt widersprach Bundesfinanzminister Hans Eichel am Mittwoch Skeptikern, die Furcht vor steigenden Preisen in der öffentlichen Diskussion nähren.

16.05.2001. vwd FRANKFURT. "Rund 17 Prozent aller Preise in einem durchschnittlichen Supermarkt lauten auf 1,99 Mark, umgerechnet in Euro sind das 1,02 Euro", sagte Eichel und fragte rhetorisch: "Wollen wir wetten, dass die Unternehmen nicht auf das psychologische Moment des Schwellenpreises von 99 Cent verzichten werden?" Eher gebe es also dann Preissenkungen, betonte Eichel.

Auch der Staat habe mit der Umstellung von D-Mark-Beträgen auf Euro in den Gesetzen nicht im Sinn, Mehreinnahmen zu erzielen. Er verzichte vielmehr in der Summe durch die Euro-Umstellung auf rund 400 Mio DEM an Einnahmen. "Wenn wir ab 2002 den Euro auch als Schein und Münze in allen Teilnehmerländern haben, wird der Preisvergleich für alle Verbraucher einfacher. Es wird einen Druck auf die Preise geben. Der Wettbewerb wird die günstigste Lösung hervorbringen, und unrentable Anbieter werden aus dem Markt ausscheiden oder aber ihre Kosten senken müssen", argumentierte Eichel.

Kostenersparnis und Planungssicherheit als Vorteile

Allein in Deutschland kommt zum ersten Tag des Neuen Jahres Euro-Bargeld im Wert von 156,2 Mrd Euro in Umlauf. Damit werde für alle sichtbar, was besonders Unternehmen schon seit der Existenz des Euro per 1. Januar 1999 positiv spüren. Eichel verwies auf bereits erfahrene Vorteile der Gemeinschaftswährung wie Kostenersparnis, gestärktes Vertrauen in den Wert der Währungen und Planungssicherheit. Durch den Euro habe auch die Integration des Europäischen Finanzmarktes einen wichtigen Schub bekommen. In Europa seien heute Finanzierungen in Größenordnungen vorstellbar, die nationale Kapitalmärkte früher kaum möglich gemacht hätten.

Die internationale Akzeptanz des Euros sei groß. Damit der Euro an Renommee gewinnt, müssten sich alle Mitgliedsländer an die im Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt vereinbarten Regeln halten. Das bedeute Fortsetzen des Konsolidierungskurses, auch für Deutschland, mahnte der Finanzminister. "Wenn alle Gebietskörperschaften am vereinbarten Kurs festhalten, werden wir 2004 den deutschen Staatshaushalt als defizitfrei nach Brüssel melden können." Das heiße nicht, dass alle Einzelhaushalte dann schuldenfrei seien, auch der Bund werde nach den Planungen erst 2006 keine neuen Schulden mehr brauchen, um den Haushalt auszugleichen.

Der Schuldenberg des Bundes wachse bis dahin noch weiter. Eichel versicherte jedoch, dass der Bund in dieser Lage alles tue, um die Zinsen niedrig zu halten. Mit den am Donnerstag vorliegenden Ergebnissen des Arbeitskreises Steuerschätzung werden die Gebietskörperschaften besser wissen, mit welchen Einnahmen sie in diesem Jahr rechnen können. "Ich hoffe, dass es keine Überraschungen gibt und wir unsere Konsolidierungsziele pünktlich erreichen", sagte Eichel.

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