Internationale Ausrichtung
Audi greift BMW vor der Haustür an

Der Audi-Konzern will mit dem Engagement als Sponsor des FC Bayern München vor allem auf internationaler Ebene gegenüber der Konkurrenz Boden gut machen. Audi-Chef Martin Winterkorn kündigte gestern in München an, die Partnerschaft werde "fester Bestandteil der gesamten Konzernkommunikation". Er stellte zusammen mit dem Vorstand und dem designierten VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder die bereits in der Vorwoche bekannt gewordene Partnerschaft mit dem Münchener Fußballclub öffentlich vor.

mwb MÜNCHEN. Ab der kommenden Bundesliga- Saison wird Audi bis zum Jahr 2008 neuer Automobil-Partner des FC Bayern München. Audi stellt dem Klub 50 Fahrzeuge zur Verfügung und will auch im Stadion Präsenz zeigen. Über die finanzielle Ausgestaltung der Partnerschaft machten die Beteiligten keine Angaben. Bayern-Manager Uli Hoeneß unterstrich, dass Audi hinter Trikot- Hauptsponsor Deutsche Telekom, und Adidas die "dritte Kraft der Sponsoren" des FC-Bayern werde. Über die Verträge sei man sich in einer Viertelstunde einig gewesen.

Audi geht mit dem neuen Sponsoringvertrag in die Offensive. Das Engagement der Ingolstädter zielt frontal gegen den Münchner Konkurrenten BMW - und das direkt vor dessen Haustür. Seit Jahren liefern sich die beiden Automobilmarken auf dem deutschen Markt ein Kopf- an-Kopf-Rennen. Audi lag im vergangenen Jahr mit einem Marktanteil von 7,5 % knapp vor BMW. Mit Hilfe der Werbewirkung der Münchener Profikicker soll jetzt auch international gegenüber dem größeren BMW-Konzern aufgeholt werden. Mit PS-starken Modellen will Winterkorn künftig am Image-Vorsprung von BMW im Bezug auf Sportlichkeit und Schnelligkeit kratzen.

Der Audi-Chef kann aus dem Vollen schöpfen - anders noch als sein Vorgänger Franz-Josef Paefgen. Den hatte der scheidende Chef des Mutterkonzerns VW, Ferdinand Piëch, im Sommer 2001 öffentlich demontiert - mit dem Vorwurf des "Stillstands" bei Audi. "Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass Audi progressiver sein könnte", sagte der designierte VW-Chef Pischetsrieder.

Winterkorn ist mit einer kräftigen Mitgift ausgestattet. Bis 2006 wurde das Investitionsbudget auf 11,5 Mrd. Euro aufgestockt. Seit März hat der Ex-Alfa-Romeo-Designer Walter Maria de Silva die Designverantwortung für die gesamte neue Markengruppe Audi, zu der auch noch die Konzernmarken Seat und Lamborghini gehören.

Winterkorn ließ durchblicken, dass dieser Spielraum für ihn entscheidend gewesen sei, den neuen Job anzunehmen. Pischetsrieder hingegen erwartet viel von seinem margenstärksten Konzernteil. Die Überlappungen mit der Marke Seat und Audi würden innerhalb von 18 Monaten beseitigt. Bei VW und Skoda würde das etwas länger dauern. Der VW-Chef verwies aber darauf, dass die aufstrebende Marke Skoda 60 % ihres Umsatzes in anderen Märkten mache als VW.

Die direkt neben dem Münchner Olympiastadion ansässige BMW - Konzernzentrale zeigte gestern demonstrativ Gelassenheit gegenüber dem Engagement von Audi bei Bayern München. "Wir sehen unser sportliches Image nicht gefährdet", sagte ein Sprecher. BMW sieht in ihrem Formel-1-Engagement mit der Motorenbelieferung eine wesentlich höhere Ausstrahlung auf die Marke. Auch mit BMW hatte Hoeneß lose gesprochen aber schnell gespürt, dass die Begeisterung für den Fußball nicht so stark ausgeprägt gewesen sei wie bei Audi.

Quelle: Handelsblatt

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