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Internationale Beobachter für Nahost

Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) hat die Entsendung internationaler Beobachter in die Palästinensergebiete gefordert.

dpa DOHA/KAIRO. Damit solle weiteres Blutvergießen verhindert werden, erklärten die Außenminister der 56 OIC-Mitgliedstaaten in der Nacht zum Dienstag in einer Abschlusserklärung. Ihre außerordentliche Sitzung in der katarischen Hauptstadt Doha war auf Wunsch der Palästinenser einberufen worden. In einigen Mitgliedstaaten waren allerdings Zweifel daran geäußert worden, ob eine weitere Nahost-Erklärung, der keine Taten folgen, nicht mehr schaden als nützen würde.

Die OIC-Minister sprachen sich zum Ende ihrer eintägigen Sitzung außerdem für die baldige Gründung eines Palästinenserstaates aus und forderten die Vereinten Nationen auf, ihrer Verantwortung in dem Konflikt nachzukommen. Gleichzeitig betonten sie, der Widerstand von Palästinensern, Syrern und Libanesen gegen israelische Besatzung dürfe auf keinen Fall mit Terrorismus gleichgesetzt werden. Die Bombardierung von palästinensischen Städten, Flüchtlingslagern und Einrichtungen der Autonomiebehörde sei eine "eindeutige Verletzung internationaler Vereinbarungen und der Menschenrechte.

Außerdem forderte die OIC die USA auf, "ihren Worten Taten folgen zu lassen" und mehr Druck auf Israel auszuüben. Auch Russland und die EU sollten alles unternehmen, um die israelischen Angriffe zu stoppen.

Zu Beginn des Treffens in Doha waren kämpferische Töne zu hören gewesen. "Die arabischen Führer sind heute hier zusammengekommen, um die israelische Aggression zu beenden", sagte der Emir von Katar, Scheich Hamad bin Chalifa el Thani, in seiner Eröffnungsrede. Dazu seien "harte und strenge Maßnahmen nötig". Palästinenserpräsident Jassir Arafat nahm nicht an dem Treffen teil. Kommunalminister Sajeb Erekat, der ihn in Doha vertrat, sagte, Arafat müsse zu Hause bleiben, um die israelische Aggression abzuwehren. Nach Presseberichten soll der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon Arafat jedoch gedroht haben, man werde bei der Rückkehr seine Einreise in die Palästinensergebiete verhindern.

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