Internationale Hilfsorganisationen nutzen die Ruhe
Feuerpause in Mazedonien hält

In Mazedonien haben am Dienstag Armee und albanische Freischärler ihre Feuerpause trotz eines nächtlichen Überfalls auf eine Polizei-Patrouille eingehalten. "Es ist die Nacht hindurch und bis zum jetzigen Zeitpunkt ruhig geblieben", sagte ein Armeesprecher.

Reuters SKOPJE. Am Tag zuvor hatten beide Seiten erstmals zugleich erklärt, das Feuer bis auf weiteres einstellen zu wollen. Internationale Hilfsorganisationen nutzten die Ruhe und schickten rund 30 Lastwagen zur Versorgung der Zivilbevölkerung ins Kampfgebiet. Nach viertägigen Angriffen der Armee auf albanische Dörfer im Norden des Landes waren am Montag 6 000 Menschen in die Provinz Kosovo im benachbarten Jugoslawien geflüchtet.

Der Überfall auf die Polizei-Patrouille fand im Nordwesten des Landes in der Nähe der Stadt Tetovo statt. Einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur MIA zufolge wurden neun Polizisten verletzt, der Polizei zufolge jedoch keiner von ihnen schwer. Zuvor war von sechs Verletzten die Rede gewesen. Es war mehrfach befürchtet worden, die Rebellen könnten bei Tetovo eine zweite Front zum östlich von Skopje gelegenen Kampfgebiet aufmachen. Die Armee hatte nach Tagen schwerer Angriffe und Drohungen der Rebellen, Skopje zu beschießen, überraschend zu einer Feuerpause aufgerufen. Die Freischärler folgten dem Aufruf umgehend. Von ihnen war keine Stellungnahme zu dem Überfall bei Tetovo zu erhalten.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) bemühte sich unterdessen um die Reparatur einer Wasserleitung zu Dörfern im Kampfgebiet. Die Rebellen hätten die Versorgung Kumanovos, einer von der Armee gehaltenen Ortschaft, unterbrochen. Man hoffe, Experten über die Frontlinie schicken zu können, sagte OSZE-Botschafter Carlo Ungaro. Das Internationale Rote Kreuz (IKRK) brachte etwa 50 Menschen aus dem Kampfgebiet in Sicherheit. Die Zivilbevölkerung harrt seit Wochen in den umkämpften Dörfern aus. Die Flucht der 6000 Menschen war die größte Bewegung über die Grenze nach Jugoslawien seit Beginn der Kämpfe im Februar.

Die Rebellen kämpfen nach eigenen Angaben für mehr Rechte für die albanische Minderheit in Mazedonien. Die Regierung der nationalen Einheit schließt Verhandlungen mit ihnen aus, hat jedoch auf Druck des Westens Reformen zu Gunsten der albanischen Bevölkerung angekündigt.

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