Internationale Konzerne ringen um die Märkte im weltweiten Geschäft mit dem Haar
Im Friseursalon werden die Karten neu gemischt

Die Übernahmeschlacht um die Darmstädter Wella AG bringt Unruhe in den Markt für Haarpflegeprodukte. Henkel will durch den Einstieg bei Wella die Expansionsstrategie des weltgrößten Konsumgüterherstellers Procter & Gamble in Europa und Fernost stören. Ziel des US-Riesen ist offenbar, Wella zu kontrollieren.

beu/lip HAMBURG. Die Darmstädter sind nach der französischen L?Oréal-Gruppe zweitgrößter Ausrüster der Friseure mit Haarpflegeartikeln. In der Branche gilt Wella als ein Leckerbissen. Denn der Konzern ist mit seinen Produkten und seinem Vertrieb vor allem in Europa und Fernost gut vertreten. Besonders wichtig ist für Wella das Geschäft mit Friseuren. "Der Einstieg für Dritte ist wegen der Markentreue der Friseure und der von Wella eingeräumten Mengenrabatte äußerst schwierig", sagt Michael Otto, Analyst bei der Hessischen Landesbank (Helaba).

Weltweit hat Wella im Jahr 2002 im Friseurgeschäft rund 1,6 Mrd. Euro umgesetzt. Dies entspricht einem Marktanteil von gut 20 % an dem auf 7 bis 8 Mrd. Euro geschätzten Weltmarkt, heißt es aus Branchenkreisen. Euromonitor und Henkel veranschlagen den Weltmarkt für Haarpflege im Friseurgeschäft dagegen nur auf 4 bis 5 Mrd. Euro. Weltmarktführer L?Oréal soll die Rangliste mit einem Anteil von knapp 30 % anführen, heißt es. Dagegen spielt Procter & Gamble hier noch keine nennenswerte Rolle.

Nach Ansicht von Christian Weiz von der Hypovereinsbank wächst der Friseurmarkt jährlich nur langsam - um 1,5 bis 2,5 %. Größeres Wachstum sei demnach nur über Akquisitionen zu erreichen.

Mit dem möglichen Milliardendeal will der US-Konzern jetzt in Europa und Teilen Asiens die bestehende Lücke bei den Friseuren schließen. Bereits im Jahr 2001 hatte sich P & G durch die Übernahme von Clairol den Einstieg in den US-Markt für Haarpflege für Endverbraucher gesichert. Der Shampoo-Hersteller Clairol ist in Europa bisher kaum vertreten. In Deutschland vertreibt der Konzern P & G vor allem die Haarpflegemarke Pantene.

Der US-Riese hält am gesamten Weltmarkt für Haarpflege (Friseure und Endverbraucher) einen Anteil von 18,5 %. Er wuchs nach Angaben von Euromonitor im letzten Jahr von 38,4 auf 41,8 Mrd. Euro zu Endverbraucherpreisen. Diese Schätzung beruht auf Angaben aus 54 Ländern, in denen 90 % aller Haarpflegemittel verkauft werden. Mit Wella würde P & G diesen Anteil auf 23,1 % steigern.

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