Internationaler Airport nach Rebellen-Anschlag evakuiert
Mindestens neun Tote bei Angriff auf Flughäfen in Sri Lanka

Bei einem Anschlag mutmaßlicher tamilischer Rebellen auf die wichtigste Luftwaffenbasis und den einzigen internationalen Flughafen Sri Lankas sind am Dienstag mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Bei den Angriffen 35 Kilometer nördlich der Hauptstadt Colombo wurden am Dienstagmorgen (Ortszeit) zudem mindestens acht Militär- und fünf zivile Flugzeuge der nationalen Fluggesellschaft Sri Lankan Airlines zerstört oder stark beschädigt, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.

afp SRI LANKA. Der internationale Bandaranaike-Flughafen wurde daraufhin geschlossen, alle Flüge in Richtung Sri Lanka wurden laut Flughafenbehörden nach Indien und Dubai umgeleitet. Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre. Unter dem Schutz der Armee wurde der Flughafen evakuiert. Passagiere, die das Land verlassen wollten, wurden etwa einen Kilometer vor dem Flughafen zurückgewiesen.

Der Anschlag ereignete sich am Jahrestag anti-tamilischer Aufstände, bei denen im Jahr 1983 allein in Colombo bis zu 600 Menschen getötet wurden. Es habe sich "unzweifelhaft" um einen Angriff der Rebellenorganisation Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) gehandelt, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Die Leichen von neun Männern seien geborgen worden, sie seien offenbar alle LTTE - Mitglieder. Einige von ihnen seien erschossen worden, die anderen hätten sich auf dem Flughafengelände selbst in die Luft gesprengt. Über tote oder verletzte Zivilisten wurde zunächst nichts bekannt. Nach Armeeangaben wurden bei den Angriffen auch ein Treibstofftank und ein Munitionslager getroffen. Dadurch wurde auf dem Gelände der Luftwaffenbasis ein Großbrand ausgelöst. Im Juni 1995 war ein Autobombenanschlag auf den Flughafen fehlgeschlagen.

Die fünf bei dem Angriff beschädigten Airbus-Passagiermaschinen waren dem Ministeriumssprecher zufolge auf dem Rollfeld des Bandaranaike-Flughafens geparkt. Sie seien möglicherweise von Granaten getroffen worden. Sri Lankan Airlines bestätigte, zwei Airbus-Maschinen vom Typ A-340 und A-330 seien komplett zerstört worden, zwei Airbus-320 seien stark und eine weitere Maschine am Fahrwerk beschädigt worden. Damit wurde fast die Hälfte der gesamten Flotte von insgesamt zwölf Sri Lanka Airlines-Maschinen unbrauchbar gemacht. Die Fluglinie steckt unter anderem wegen hoher Treibstoffkosten in finanziellen Schwierigkeiten.

Die Rebellenorganisation Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) kämpft seit 30 Jahren für einen unabhängigen Tamilenstaat im Nordosten Sri Lankas. In dem Konflikt kamen bislang mehr als 30 000 Menschen ums Leben. Zu Beginn des Monats hatte die Armee mehrere Angriffe gegen Stellungen der tamilischen Rebellen im Norden des Landes geflogen.

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