Internationaler Rückhalt für Krieg in Afghanistan schwindet
Washington warnt vor neuen Terror-Anschlägen

Die US-Regierung hat ihre Bürger vor weiteren Anschlägen in den nächsten Tagen gewarnt, für die es nach den Worten von Justizminister John Ashcroft "glaubwürdige Informationen" gibt.

coh/HB WASHINGTON. Ihre Luftangriffe setzten die US-Streitkräfte am Dienstag auf Kandahar fort, das als Hochburg der radikal-islamischen Taliban gilt. Die Angriffe dauern mittlerweile fast vier Wochen.

Ashcroft machte keine näheren Angaben, auf welche Informationen sich seine Warnungen vor weiteren Anschlägen stützen. Aus Regierungskreisen verlautete lediglich, die Informationen deuteten auf El Kaida hin, die Terror-Organisation Osama bin Ladens.

Die USA sind ihren Kriegszielen, die Taliban zu stürzen und bin Laden zu fassen, in den vier Wochen Luftkrieg offensichtlich noch nicht näher gekommen. Der Chef der US-Militäroperation, General Tommy Franks sagte bei einem Besuch in Usbekistan zwar, die Aktion stecke nicht in einer Sackgasse, sondern verlaufe planmäßig. Die Taliban zeigen aber keine Schwäche, und Bin Laden ist offenbar noch immer wohlauf und auf freiem Fuß.

Internationale Zustimmung zu den Luftangriffen rückläufig

Inzwischen sinkt die internationale Akzeptanz der Militäraktion, die nach US-Darstellung dem Kampf gegen den weltweiten Terrorismus dient. Die britische Zeitung "The Guardian" veröffentlichte am Dienstag die Ergebnisse einer Umfrage, nach denen die Zustimmung zu den Luftangriffen in den vergangenen zwei Wochen von 74 % auf 62 % der befragten Bürger zurückging. Mehr als die Hälfte, 54 % der Befragten, sprachen sich für eine Unterbrechung der Angriffe aus, damit Hilfsgüter zu den Not leidenden Afghanen gebracht werden können.

Saudi-Arabien äußerte die Hoffnung, dass die Angriffe schnell beendet würden, weil immer mehr Zivilisten in Mitleidenschaft gezogen würden. Kanada äußerte sich besorgt über das Schicksal der Afghanen im bevorstehenden Winter.

Trotz anhaltender Unterstützung in den USA für die Angriffe in Afghanistan zweifeln die Amerikaner zunehmend am Erfolg der Anti-Terror-Kampagne. Wie eine Umfrage von CBS und "New York Times" ergab, zeigen sich immer mehr US-Bürger skeptisch, dass die USA Osama bin Laden auf die Spur kommen. Auch werden Zweifel an der Haltbarkeit der internationalen Koalition gegen den Terror laut sowie Sicherheitsbedenken im eigenen Land.

Nur 18 % der Befragten äußern "großes Vertrauen", dass die Regierung ihre Bürger schützen kann. Ende September waren es noch 35 % Etwa die Hälfte der Befragten glaubt auch nicht, dass sie ausreichend über Milzbrand informiert wurden. 53 % halten neue Terroranschläge für wahrscheinlich, vor einem Monat waren es nur ein Drittel.

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