Interne Revisionen
ABB entlässt Manager wegen versuchter Rechnungsfälschung

Der schweizerisch-schwedische Elektrotechnikkonzern ABB hat in London Mitarbeiter entlassen, die sich wegen versuchter Bilanzmanipulation zu verantworten haben.

Reuters ZÜRICH. ABB bestätigte am Dienstag einen Bericht einer schwedischen Zeitung, wonach ABB Londoner Manager gefeuert habe, die in den Jahren 1999 und 2000 erfolglos versucht hatten, Verluste zu kaschieren. Die falschen Beträge seien nie in den Abschlüssen erschienen.

Es handle sich um eine "handvoll" Londoner Mitarbeiter in der Fertigungs- und Konsumgüterindustrie-Division, sagte ABB-Sprecher Thomas Schmidt. Bei einer internen Revision wurde entdeckt, dass Kosten nicht in voller Höhe ausgewiesen worden seien, um einen Kostenüberschuss zu decken, welcher durch schlecht kalkulierte Langfrist-Verträge entstanden war.

"Die internen Revisoren fanden (es) heraus und die fehlerhaften Beträge kamen nie in die offiziellen Bücher. Es gibt für uns keinen Anlass, die Jahresberichte zu ändern," sagte Schmidt.

Der Vorfall wurde zuerst in einer Hinterlegung an die US-Behörden zu den Resultaten 2000 enthüllt. In dem der US-Börsenaufsicht SEC im Vormonat übersandten Bericht zum Abschluss 2001 wird der Fall auf Seite 15 erwähnt. Dort heisst es, als Folge der Untersuchung sei den involvierten Personen gekündigt worden und das lokale Management in der Region London ausgewechselt worden.

"Wenn wir diese Aktivitäten nicht entdeckt hätten, wären unsere Reingewinne in den Jahren 1999 und 2000 um 30 Millionen beziehungsweise um zehn Millionen Dollar überhöht ausgewiesen worden. 2001 identifizierten und erfassten wir in Zusammenhang mit diesen Aktivitäten zusätzliche Kosten in der Höhe von rund 25 Millionen Dollar," hiess es im Bericht weiter.

Der schwedische Zeitungsbericht über die versuchte Vertuschung von Verlusten erscheint nun zu einer Zeit, in der das Vertrauen der Anleger in die Seriosität der Unternehmensbilanzen nach den Affären um Enron oder WordCom stark angeschlagen ist. ABB selber war zuletzt in Zusammenhang mit Asbest-Klagen in den USA und vor allem wegen exorbitanten Pensionskassenbezüge durch ehemalige Spitzenmanager ins Gerede gekommen.

Die ABB-Aktien verloren an der Börse bis kurz nach Mittag 1,5 Prozent auf 13,50 sfr. Der Gesamtmarkt tendierte 0,7 Prozent tiefer.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%