Interner Funkverkehr der US-Armee
Irakische Einheiten ergeben sich angeblich massenweise

Irakische Einheiten um die Stadt Basra haben sich nach Angaben des US-Militärs am Freitagvormittag in großer Zahl ergeben. Das berichtete ein dpa-Fotograf, der eine US-Einheit auf deren Vormarsch begleitet, unter Berufung auf den internen Funkverkehr der US-Armee. Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon hat die Berichte nicht bestätigt.

HB/dpa KUWAIT-STADT/LONDON. In diesem Funkverkehr heiße es, bei dem Vormarsch auf die südirakische Stadt Basra habe es zunächst leichten Widerstand gegeben. Danach hätten sich die irakischen Soldaten in einem solchen Umfang ergeben, dass dies zunächst kaum zu verkraften gewesen sei. Eine unabhängige Bestätigung für die Information gab es zunächst nicht.

Zahlreiche Reporter haben von den amerikanischen Streitkräften die Erlaubnis bekommen, ausgewählte Einheiten zu begleiten. Die Berichterstattungsmöglichkeiten sind jedoch eingeschränkt. Die US-Armee behält sich vor, Informationen zurückzuhalten oder die Kommunikation zu bestimmten Zeiten zu untersagen.

Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon hält es noch für zu früh, um zu sagen, ob sich irakische Truppen massenweise ergeben. "Es gibt auf jeden Fall Beispiele dafür, dass sich einzelne Soldaten ergeben", sagte er am Freitag dem britischen Nachrichtensender Sky News. Die amerikanischen und britischen Truppen stießen bei ihrem Vormarsch im Südirak auf jeden Fall noch auf Widerstand. "Es ist noch zu früh, um zu sagen, wie lange das so bleiben wird."

Ebenfalls sei unklar, ob der irakische Präsident Saddam Hussein bei dem Raketenangriff am Donnerstagmorgen getötet oder verletzt worden sei. "Diese Analyse muss noch fortgesetzt werden", sagte Hoon.

Die irakische Führung ist Berichten entgegengetreten, wonach Präsident Saddam Hussein bei dem alliierten Luftangriff verletzt worden sein soll. Auch den Mitgliedern der Präsidentenfamilie, deren Haus die amerikanisch- britischen Streitkräfte am Vortag angegriffen hätten, sei nichts geschehen, sagte Informationsminister Mohammed Sajjid el Sahhaf am Freitag vor der Presse in Bagdad. Der Angriff habe dem Haus von Saddam Husseins erster Ehefrau Sajjida gegolten.

Ebenfalls dementierte er Angaben über die Einnahme des Hafens von Umm Kasr im Südirak durch die Alliierten. "Jeder Journalist hier kann gerne mit dem Direktor (des Hafens) in Umm Kasr telefonieren und ihn fragen, ob die Amerikaner bei ihm sind", sagte Innenminister Mahmud Thiab el Ahmed, der während der Pressekonferenz eine Maschinenpistole schwenkte. Die Bilder vom Vormarsch der Amerikaner und Briten im Südirak seien ebenso gefälscht wie die von mehreren TV-Sendern ausgestrahlten Aufnahmen von irakischen Soldaten, die sich ergeben.

Die irakische Führung erklärte, bei Luftangriffen in der Hauptstadt seien am Donnerstag 37 Zivilisten verletzt worden. Das Informationsministerium brachte Journalisten zu einem Krankenhaus, um ihnen die Verletzten der vergangenen Nacht zu zeigen. El Sahhaf sagte: "Der Irak - das sind 26 Mill. Saddam Husseins, der ganze Irak ist die Familie Saddam Husseins".

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