Internet-Anschlüsse über Satellit
Telekom und Teles streiten um DSL-Patent

Zwischen der Deutschen Telekom und dem Konkurrenten Teles ist ein juristischer Streit über die angebliche Verletzung von Patentrechten bei schnellen DSL-Internet-Anschlüssen über Satellit ausgebrochen.

Reuters BONN/BERLIN. Die Telekom wies den von Teles am Donnerstag erhobenen Vorwurf zurück, Patentrechte verletzt zu haben. "Es gibt keine Verletzungen oder Überschneidungen bei den Patentrechten zwischen den Angeboten von uns und denen von Teles", sagte ein Telekom-Sprecher. Bereits seit April gehe die Telekom gerichtlich gegen die als unbegründet eingeschätzte Anschuldigung vor.

Teles hatte am Morgen mitgeteilt, dass gegen die Telekom und den Satellitenbetreiber SES zum Schutz eigener Patentrechte an DSL-Dienstleistungen via Satellit eine Klage angestrengt werde. Die Klageschrift solle am Donnerstag beim Landgericht Mannheim eingereicht werden, teilte der Telekommunkations-Dienstleister Teles weiter mit. Auch gegen weitere Anbieter von DSL-Diensten via Satellit will Teles noch Klagen einreichen, wie Unternehmenschef Sigram Schindler in Berlin sagte.

Teles bietet zusammen mit dem Satellitenanbieter Eutelsat derzeit eigenen Angaben zufolge rund 2500 Kunden einen schnellen DSL-Internet-Zugang über Satellit an. Das Unternehmen bezichtigt die Telekom und SES, deren ähnliches Kundenangebot verletze ein Teles-Patentrecht und ein Gebrauchsmuster. Die Telekom hatte im vergangenen Jahr einen DSL-Dienst via Satellit angekündigt und offeriert seit dem Frühjahr zusammen mit SES ihren Kunden einen schnellen Internet-Zugang über Satellit.

Hintergrund der juristischen Auseinandersetzung ist ein von Teles reklamiertes Patent, das nach Unternehmensangaben 1999 zugeteilt wurde. Danach besitzt Teles Patentschutz für die Beschleunigung von Datentransfers durch die Zuschaltung einer leitungsvermittelten Datenverbindung.

Die Telekom bietet in Deutschland DSL-Anschlüsse nahezu flächendeckend an und zählte zuletzt 2,5 Millionen DSL-Kunden. Kunden in ländlichen Regionen, die keinen DSL-Telefonanschluss bekommen können, offeriert die Telekom als Ersatz einen DSL-Zugang via Satellit. Die Satelliten-Verbindung wird dabei für schnelle Datentransfers aus dem Internet zugeschaltet. Durch diese Zuschaltung sieht Teles seine Patentrechte verletzt. Der Sprecher der Telekom sagte hingegen, das Unternehmen betreibe vor dem Landgericht Düsseldorf seit April ein Verfahren, um die nun wiederholten Vorwürfe der Patentverletzung als unrichtig einstufen zu lassen.

Die DSL-Technik ermöglicht im Vergleich zu digitalen oder analogen Telefonanschlüssen eine weitaus höhere Übertragungsgeschwindigkeit von Daten über das Internet. Teles sieht für das Produkt DSL über Satellit einen Markt für rund 100 000 Internet-Nutzer in Deutschland und rechnet mit einem europaweiten Umsatzpotenzial mit zweistelligen Millionenerträgen.

Die Konkurrenten waren noch im Frühjahr eine Partnerschaft bei DSL via Satellit eingegangen. Mitte März hatten beide Unternehmen eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Vermarktung von Internet-Dienstleistungen mit DSL-Technik abgeschlossen. Die Partnerschaft wurde jedoch nach übereinstimmenden Angaben innerhalb weniger Wochen auf Grund mangelnder Übereinstimmungen gegenstandslos.

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