Internet aus der Steckdose
Cebit-Time – Powerline-Time

Das Netz der Netze kommt jetzt aus der Steckdose, so jedenfalls die Vorstellungen der großen Stromanbieter. Es wird langsam Zeit, dass die Powerline-Anbieter ihre Versprechungen in die Tat umsetzen, schon seit Jahren kündigen sie den bevorstehenden Start der Technologie an.

Auf der diesjährigen Cebit kündigte RWE jetzt den Powerline-Start für den 1. Juli 2001 in Essen und Mühlheim an. 20 000 Kunden sollen bis Ende des Jahres von der neuen Technik begeistert werden. "Wie werden noch in diesem Jahr weitere Städte mit der Powerline-Technik ausstatten", weiß RWE-Powerline-Sprecher Andreas Preuß im Gespräch mit Handelsblatt.com. Auch große Ballungsräume wie Köln will RWE-Powerline mit seiner neuen Technik beglücken. Die Gespräche mit der GEW, dem regionalen Kölner Stromanbieter liefen, bestätigte, Preuß.

Powerline nur unwesentlich schneller als ISDN?

RWE-Powerline hat zur Cebit 2001 auch eine erste Tarifübersicht angeboten: Für einen Basispreis von 49 DM kann der Internet-Surfer permanent online bleiben und Daten in der Größe von 250 Megabyte aus dem Netz ziehen. Braucht der User größere Datenmengen, muss er auch tiefer in die Tasche greifen. Für 1000 Megabyte verlangt RWE-Powerline 69 DM, 2000 Megabyte kosten 99 DM, und für 249 DM kann der Surfer gar 10000 Megabyte Daten auf seine Festplatte übertragen. Die Geschwindigkeit soll dabei mindestens 1 Megabit/s betragen.

Der Haken an der Powerline-Technologie: Es handelt sich um ein 'Shared Medium'. Was heißt das? An der Trafostation, die Strom für viele Haushalte liefert, liegt auch die Leitung in das Internet an. Die Trafostation ist auch der Ort, an dem der Internetzugang auf die Stromleitung aufmoduliert wird. Wenn bei einer Bandbreite von nur 1 Megabyte nur 10 Teilnehmer gleichzeitig das Internet nutzen, bleibt für jeden nur eine Brandbreite von 100 Kilobit übrig. Das ist nur unwesentlich schneller als ein ISDN-Anschluss.

RWE-Powerline kauft DSL-Leitungen für den Internet-Zugang

Gleichzeitig wird die Frage der Sicherheit aufgeworfen. Der Technik-Leiter des Schweizer Technologielieferanten Ascom, Stephan Horwarth gibt sich Handelsblatt.com gegenüber gelassen. "Unsere Chiffrierung funktioniert," erklärt Horvarth. Der Technik-Leiter verweist auf die Ascom-Erfahrungen mit der Chiffrierung des Boxenfunks in der Formel 1. Auch die werde mit Ascom-Technik verschlüsselt. Zudem vermeide die von Ascom angewendete Technik alle Frequenzen von Amateuer- und sicherheitsrelevanten Diensten, so Horwarth.

In der vergangenen Woche meldete der Kölner DSL-Breitbandanbieter QSC einen Kooperationsvertrag mit der RWE-Powerline. Inhalt des Vertrags: Bis 2003 wird RWE-Powerline 9325 DSL-Leitungen von der QSC kaufen. Der Vertrag habe ein Volumen im mittleren zweistelligen Millionenbereich, sagte QSC-Sprecher Heinz-Peter Angsten Handelsblatt.com. Der Hintergrund: RWE-Powerline fehlt noch die Verbindung von der Trafostation bis zum Internet-Backbone des Dienstleisters Mediaways, der der RWE-Powerline sein Backbone mit über 270 Einwahlknoten zur Verfügung stellt.

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