Internet-Broker
Comdirect und DAB planen Fusion

Auf dem europäischen Markt für Internet-Broker entsteht eine neue Macht. Hypo-Vereinsbank und Commerzbank wollen ihre Tochter-Gesellschaften für Online-Banking verschmelzen.

HB FRANKFURT/M. Die Online-Broker DAB Bank und Comdirect steuern auf eine Fusion zu. Die beiden Muttergesellschaften Hypo-Vereinsbank (HVB) und Commerzbank stehen schon seit Wochen in Verhandlungen über eine Zusammenlegung der Töchter, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Durch eine Verschmelzung entstünde einer der größten europäischen Broker mit über einer Million Kunden.

DAB Bank, Comdirect und Commerzbank wollten sich auf Anfrage dazu nicht äußern. "Zu Marktgerüchten nehmen wir keine Stellung", hieß es unisono. Metehan Sen, Analyst bei Sal. Oppenheim, hält eine Fusion für sinnvoll, da das neue Unternehmen wegen der starken Synergien wahrscheinlich profitabel sein werde.

Der Druck zur Fusion rührt aus der äußerst schwierigen Lage der Online-Broker. Die drei großen deutschen Direktbroker fuhren im vergangenen Jahr horrende Verluste ein. Consors, DAB und Comdirect haben deshalb strikte Sparkurse eingeschlagen.

Die Gespräche befinden sich den Informationen zufolge in einem fortgeschrittenen Stadium. Die Verhandlungen führen der designierte Vorstandssprecher der HVB, Dieter Rampl, sowie Martin Blessing, Privatkundenvorstand der Commerzbank und Aufsichtsratschef von Comdirect. Geklärt werden müssen noch die finanziellen Details. Comdirect verfügt über hohe Barreserven aus ihrem Börsengang vor gut zwei Jahren, die für eine Übernahme der DAB eingesetzt werden könnten. Alternativ werde jedoch auch über einen Aktientausch gesprochen, der gleichzeitig eine Barkomponente beinhalten könne.

Um mögliche Widerstände in der DAB Bank gegen eine Zusammenlegung auszuschalten, muss nach Bankenkreisen deren Chef Matthias Kröner gehen. Der starke Mann des neuen, verschmolzenen Instituts wird Comdirect-Chef Achim Kassow sein. Kassow hatte erst Anfang Juni Bernt Weber an der Comdirect - Spitze abgelöst.

Der Charme einer Fusion liegt in einer besseren Auslastung der Kapazitäten und damit fallenden Kosten auf der Sach- und Personalseite. "Mit diesem Schritt wachsen wir in eine Größenordung, die auch in schwierigen Zeiten das Überleben garantiert", sagte ein Insider.

Kein Thema sei dagegen eine Fusion von HVB und Commerzbank, betonen mit den Verhandlungen vertraute Quellen. Solche Spekulationen tauchten immer wieder an der Börse auf, da beide Häuser derzeit in Schwierigkeiten stecken. Die HVB rutschte im abgelaufenen Quartal tief in die roten Zahlen. Commerzbank-Chef Klaus Peter Müller sagte am Wochenende, er schließe einen Verlust der Bank im Gesamtjahr nicht mehr aus.

Quelle: Handelsblatt

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