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Internet in Fahrzeugen: Auch Brummis sind bald "drin"

Das Internet erobert das Auto. Zählt Surfen per Sprachsteuerung für Fahrer von Oberklasselimousinen bald schon zum Alltag, so scheint nun auch die Verwendung des Internet in Nutzfahrzeugen nicht mehr allzu fern.

ddp BERLIN. In einem Pilotprojekt hat Siemens VDO Automotive eine Fahrerkabine mit einem mobilen Internetzugang ausgestattet und mit der Bordelektrik verbunden. Damit soll es möglich werden, zum Beispiel die Lkw-Flotte eines Transportunternehmens via Internet-Anwendungen effizienter zu steuern.

In der Siemens-Testanlage hat der Lkw-Fahrer neben den üblichen Instrumenten das Display eines Personal Computers vor sich. Ins Internet wählt er sich via Handy mit Wap-Standard ein. Das World Wide Web sei dann zwar weniger bunt, aber der Schwerpunkt liege für einen Trucker wohl eher bei der Information, sagen die Siemens-Entwickler.

LKW meldet nötige Wartungsarbeiten direkt an die Spedition

Der Lkw ist durch eine spezielle Software für Brummis, die der angehende Diplomingenieur Claudio de Luca in einem Studienpraktikum bei den Nutzfahrzeugspezialisten in Villingen schrieb, auch von außen über das Internet erreichbar. Das hat nicht nur logistische Vorteile etwa durch die Möglichkeit, die Position abzufragen. Außerdem kann der Fuhrunternehmer seine Fahrzeuge aus der Ferne "warten". Die Zentrale könnte so vom Bordcomputer erfahren, wann Verschleißteile wie Bremsen oder Auspuff zu erneuern sind. Zudem sind Daten wie der Spritverbrauch abrufbar. Auch für den Brummi-Fahrer selbst sehen die Schöpfer des Pilotprojekts Vorteile: Noch bevor er in der Raststätte sein Essen bezahlt, kann er per Handy Kontakt mit seinem Truck auf dem Parkplatz aufnehmen und schon mal die Klimaanlage einschalten und im Winter die Standheizung.

Viele Unternehmen verfügen bereits über Systeme zur Fahrzeugüberwachung. Doch sind diese untereinander zumeist nicht kompatibel. Der lnternetstandard verkleinere die Hürde für eine mögliche Vernetzung, heben die Entwickler hervor.

Internet soll LKW's sicherer machen

Dabei ist das Internet nur eine von vielen Möglichkeiten des Elektronik-Einsatzes. Willibert Schleuter, Leiter der Audi Elektronik-Entwicklung, geht davon aus, dass in Zukunft rund 90 % der Innovationen im Fahrzeug von der Elektronik geprägt sein werden. Im Fahrzeug der Zukunft tauschten intelligente Systeme in Echtzeit Informationen aus, prognostizierte er in Ingolstadt. Der Fahrer werde mit seiner Umwelt via Internet kommunizieren und über zahlreiche Sensoren seine Umgebung wahrnehmen können. Das alles werde jedoch nicht einfach zu bedienen sein. Daher sei eine Herausforderung für die Automobilindustrie, die Softwareentwicklung mit der Systemintegration zu verbinden. Dabei gelte es, die Kluft zwischen immer kürzeren Innovationszyklen der Elektronikindustrie und den längeren Produktzyklen der Autobranche sicher zu überbrücken.

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