Internet
Internet-Radios sollen Tantiemen zahlen

Der US-Verband der Plattenindustrie (RIAA) will nach Informationen aus Branchenkreisen von Internet-Radios künftig Tantiemen zentral einziehen.

Reuters LOS ANGELES. Die RIAA, zu der die großen Medienkonzerne Seagram, die Bertelsmann-Tochter BMG und die Sony Sony-Tochter Music gehören, werde den Plan am 11. Oktober offiziell vorstellen, hieß es am Mittwoch in Los Angeles (Ortszeit). Der Verband selbst wollte dies nicht kommentieren. Der US-Verband für Digitale Medien (DiMa), zu dem unter anderem der Internet-Buchhandel Amazon.Com gehört, kündigte Widerstand gegen einen von der RIAA organsierten Einzug von Lizenzentgelte an.

DiMa-Chef Jonathan Potter sagte, er glaube nicht, dass der Plan der RIAA hingenommen werde. Künstlern und Online-Radios sei nicht wohl dabei, dass die RIAA die Tantiemen einsammlen, verwalten und verteilen wolle. Der Streit um Sendelizenzen zwischen der Plattenindustrie und den Internet-Sendern schwelt bereits seit einigen Monaten, wurde aber vom Rechtsstreit der RIAA mit der Online-Tauschbörse Napster überdeckt.

Konventionelle Radiosender müssen nach amerikanischen Recht keine Tantiemen für gesendete Musikstücke abführen. Lediglich Komponisten und Produzenten erhalten eine geringe Entschädigung, die von ihren eigenen Verbänden erhoben wird. Durch das neue Urheberrechtsgesetz für digitale Medien, Digital Millennium Copyright Act, haben Plattenfirmen nun das Recht, von Online- Sendern Entgelte für die gespielten Lieder zu verlangen. Wie hoch die Tantiemen sein werden, ist bisher noch unklar. Beobachter schätzen die möglichen Einnahmen der Plattenfirmen auf acht bis zehn Mill. US-$ pro Jahr. Einige Anbieter von Online-Radios wie zum Beispiel Yahoo haben sich in der Annahme, dass die RIAA die Tantiemen verwalten wird, bereits mit der Organisation über die Konditionen geeinigt. Andere Internet-Firmen haben Schiedsgerichte angerufen, die über die Höhe der Tantiemen entscheiden sollen.

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