Internet-Konferenztechnik für bessere Kommunikation mit Kunden und Mitarbeitern
Produkte via Internet am Bildschirm der Kunden präsentiert

Videokonferenzen erhalten Konkurrenz. Firmen nutzen virtuelle Konferenzräume im Internet, um mit Hilfe von Grafiken und Fotos ihre Produkte am Computer der Kunden zu präsentieren.

DÜSSELDORF. Was wären Vorträge ohne die beliebten Power- Point-Präsentationen? Bilder und Grafiken sagen bekanntlich mehr als tausend Worte. Nun können Verkäufer und Manager ihre Botschaften, die sie bislang in Telefonkonferenzen nur verbal unter das Volk bringen konnten, auch mit Grafiken oder Tabellen unterstützten. Webkonferenztechnik, die inzwischen von mehreren IT-Firmen, wie Webex, Placeware oder Netviewer angeboten wird, macht dies möglich.

Die Präsentationen laufen über einen speziellen Netzrechner, der entweder beim Dienstleister oder bei den entsprechenden Unternehmen steht. Die Teilnehmer einer Konferenz können sich über das Internet auf diesen Rechner einloggen und schon sehen sie die Präsentationen auf ihrem Bildschirm. "Die Technik, die in den USA schon seit längerem genutzt wird, setzt sich langsam auch in Deutschland durch", sagt Josefine Hofmann, Expertin für das Thema "Webkonferenzen" beim Fraunhofer für Arbeitswirtschaft und Organisation-Institut (IAO) in Stuttgart.

Technisch basiert das Webconferencing auf einer Software, die ein so genanntes "Dokumenten-Sharing" möglich macht. Dabei komprimiert das Programm beispielsweise eine Power- Point-Präsentation, die der Konferenzleiter gerade auf seinem Monitor hat, und schickt sie über das Internet an die anderen Konferenzteilnehmer. Die Präsentation wird zeitgleich auf ihren Bildschirmen dargestellt. Um die Daten vor fremdem Zugriff zu schützen, baut das System während der Webkonferenz eine abgeschirmte Datenleitung auf.

Ursprünglich wurde das Dokumenten-Sharing entwickelt, damit Personen an verschiedenen Orten während eines Telefongesprächs Dokumente gemeinsam bearbeiten können. Dabei helfen ihnen Softwarewerkzeuge, mit denen Textstellen markiert oder unterstrichen werden können.

Ein solches Programm hat beispielsweise das Karlsruher Startup Netviewer entwickelt. "Ein kleines Programm, das einfach zu installieren und zu bedienen ist", lobt IAO-Expertin Hofmann die Software. Bislang war der "Netviewer" jedoch nur in der Lage, zwei Partner miteinander zu verknüpfen. Auf der Computermesse Cebit, die Mittwoch nächster Woche in Hannover beginnt, wollen die Karlsruher eine neue Version vorstellen. "Mit ihr kann dann auch ein kleines Team von fünf Personen zusammen arbeiten", kündigt Netviewer-Geschäftsführer Andreas Schweinbenz an.

Der amerikanische Dienstleister Webex, der zurzeit auf den europäischen Markt dringt, kann dagegen mit seiner Lösung bereits heute zehn Personen in einer Webkonferenz zusammenschalten. Außerdem bietet das US-Unternehmen zahlreiche Zusatzfunktionen, wie einen Chatraum, über den die Teilnehmer der Konferenz im schriftlichen Dialog, auch via Internet miteinander kommunizieren können.

Zusätzlich gibt es eine Videoschnittstelle, über die Bilder, die mit einer Internetkamera aufgenommen wurden, in einem separaten Fenster auf dem Monitor dargestellt werden können. Die Übertragung von Sprache über das Internet (Voice-over-IP) mit der die teure Kommunikation per Telefon ersetzt werden könnte, hat der amerikanische Dienstleister jedoch noch nicht integriert. Für diese Technik seien die Übertragungsgeschwindigkeiten im Internet noch zu langsam, sagt Webex- Europa-Chef Tony Gasson.

Die komplexere Lösung von Webex hat jedoch ihren Preis. Kunden müssten mit Kosten von 2.000 bis 3.000 Euro pro Monat rechnen, sagt Josefine Hofmann vom IAO, die neben dem Netviewer auch die Webex-Lösung getestet hat. "Das rechnet sich nur, wenn Firmen die Technik tatsächlich häufig nutzen", gibt die Fachfrau zu Bedenken. Der Netviewer dagegen kostet in der neuen Vresion einmalig 3.999 Euro pro Arbeitsplatz.

Obwohl die Webkonferenztechnik die Zusammenarbeit verschiedener Personen an unterschiedlichen Orten verbessern könne, müsse die Technik weiter optimiert werden, sagt Fabian Kempf, der am IAO die Webkonferenztechnik weiterentwickelt. Studien hätten gezeigt, dass das Kommunikationsverhalten in Webkonferenzen noch verbesserungsfähig sei. Kempf hat dazu mit seinem Team entsprechende Techniken entwickelt, die er ebenfalls auf der Messe in Hannover vorführen will.

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