Internet-Portal-Betreiber trotz Verlustwarnung optimistisch
Verlust bei Web.de wird deutlich höher als erwartet ausfallen

Der Internetportal-Betreiber will dennoch bereits Ende 2001 die Gewinnzone erreichen. Die Erlöse in den ersten neun Monaten wurden auf 8,96 Mill. Euro vervierfacht.

rtr/dpa-afx KARLSRUHE. Der Internetportal-Betreiber Web.de AG will trotz eines in diesem Jahr wohl deutlich höher als bislang geplant ausfallenden Fehlbetrags bereits Ende 2001 die Gewinnzone erreichen. Der Verlust werde in 2000 voraussichtlich wesentlich über den beim Börsengang angekündigten 13 Mill. Euro liegen, kündigte Unternehmenssprecher Roland Berg am Donnerstag in Karlsruhe an. Allerdings werde Web.de bereits im vierten Quartal kommenden Jahres und damit ein Jahr früher als ursprünglich erwartet schwarze Zahlen schreiben. Im dritten Quartal verringerte das Unternehmen den Fehlbetrag im Vergleich zur vorherigen Periode. Die Aktien verloren am Neuen Markt nach anfänglichen Zugewinnen kräftig an Wert. Bis zum frühen Nachmittag notierten die Titel mit 6,18 % im Minus bei 16,70 Euro.

Verlust im dritten Quartal reduziert

Nach den am Donnerstag veröffentlichten Kennzahlen des dritten Quartals reduzierte Web.de ihren Verlust im Vergleich mit den Monaten April bis Juni um rund 0,8 Mill. Euro auf nun 3,9 Mill. Euro. Dieses Ergebnis sei trotz starkem Personal- und Kapazitätsaufbau erreicht worden, hieß es. In den ersten neun Monaten beträgt der addierte Verlust des Internetdienstleisters somit schon rund 16,25 Mill. Euro, mehr als drei Mill. Euro über dem bisher für das Gesamtjahr prognostizierten Verlust. Nach dem Erreichen der Gewinnschwelle Ende 2001 wolle Web.de im Jahr 2002 erstmals einen Gesamtjahres-Gewinn ausweisen, sagte Berg. Bereits jetzt verfüge Web.de über eine Eigenkapitalquote von 98 % und gehöre damit zu den finanzkräftigsten Firmen des Neuen Marktes

Die das Ergebnis belastenden Ausgaben für Marketing und Werbung seien in den Sommermonaten Juli bis September um rund die Hälfte auf 3,9 Mill. Euro nach unten gedrückt worden, erläuterte Berg. Der Umsatz habe in diesem Zeitraum rund 3,01 Mill. Euro betragen. Der Rückgang in Vergleich zum Wert des zweiten Quartals von 4,4 Mill. Euro resultiere aus einem einmaligen Lizenzverkauf in der vorher gehenden Periode. In den ersten neun Monaten seien die Erlöse hingegen auf 8,96 Mill. Euro vervierfacht worden. Damit habe das Unternehmen die beim Börsengang im Februar gesteckten Ziele um 50 % übertroffen, hieß es. Berg bekräftigte die Prognose, wonach die bisherige Umsatzvorgabe für das Gesamtjahr von 9,4 Mill. Euro deutlich übererfüllt werden solle. "Wir erwarten ein starkes viertes Quartal", fügte er hinzu.

Marktreichweite von Web.de laut GfK bei rund 30 %

Zwischen Juli und Ende September sei die Zahl der registrierten Nutzer um 40% von 1,5 auf 2,1 Millionen gestiegen, hieß es weiter. Nach einer Studie der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) liege die Marktreichweite von Web.de derzeit bei rund 30%, was umgerechnet auf die Bevölkerung der Bundesrepublik einem Anteil von 5,4 Mill. Nutzern entspreche.

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