Internet-Portal erhöht Gewinn- und Umsatzprognosen: Bezahldienste bescheren Yahoo erneut Gewinn

Internet-Portal erhöht Gewinn- und Umsatzprognosen
Bezahldienste bescheren Yahoo erneut Gewinn

Eine Belebung des Online- Werbemarktes sowie neue Bezahlangebote haben Yahoo einen Gewinn beschert, der die Erwartungen der Analysten übertraf. Die Internet-Firma erwartet ein kräftiges Wachstum.

ruk/jojo MÜNCHEN. Positive Zahlen aus dem Silicon Valley: Dem Internet-Anbieter Yahoo ist es im ersten Quartal 2003 gelungen, die Erwartungen der Analysten zu übertreffen. Die Kalifornier profitierten vor allem von größeren Werbe-Umsätzen sowie einem steigenden Interesse an bezahlten Internet-Inhalten.

Der in Sunnyvale ansässige Internet-Pionier konnte einen Nettogewinn von 46,7 Mill. $ verbuchen. Im Vorjahr hatte Yahoo noch einen Verlust von 53,6 Mill. $ gemacht. Dies entspricht einem Gewinn je Aktie von 8 Cent nach einem Verlust von 9 Cent vor einem Jahr. Analysten hatten im Schnitt einen Gewinn pro Anteilschein von 6 Cent vorausgesagt. Der Umsatz verbesserte sich in den ersten drei Monaten auf 282,9 Mill. $ (192,7). Experten hatten 272,7 Mill. $ prognostiziert.

Das Geschäft mit Online-Reklame kletterte im Vergleich zum ersten Quartal 2002 um 38 % auf 190 Mill. $. Die Einnahmen durch Bezahldienste stiegen sogar um 61 % auf 63,7 Mill. $. Im Februar hatte das Internetportal seine Strategie bekräftigt, die Abhängigkeit von Werbeeinnahmen zu reduzieren und sich auf Bezahl-Produkte konzentrieren zu wollen.

Bislang hat sich Yahoo mit diesen lukrativen neuen Angeboten hauptsächlich auf den Heimatmarkt Amerika konzentriert. Das soll sich nun ändern, kündigte Deutschland-Chef Franz Dillitzer im Gespräch mit dem Handelsblatt an: "Die Zentrale gibt uns dieses Jahr mehr Ressourcen, um neue Dienstleistungen zu entwickeln. Letztes Jahr lag der Schwerpunkt auf dem Geschäft in den USA, dieses Jahr liegt der Fokus auf den sechs wichtigsten Auslandsmärkten, darunter Deutschland."

Bislang sind die Deutschen allerdings kaum bereit, für Internet-Angebote Geld auszugeben. Nach einer gestern veröffentlichten Studie der GfK haben im vergangenen Jahr zwar 20 Millionen Deutsche online eingekauft. Internet-Dienstleistungen sind allerdings längst nicht so beliebt. So verdient Yahoo sein Geld hier zu Lande nach wie vor zu 70 % mit Werbung. Den Rest der Einnahmen erzielt die Firma aus Angeboten wie SMS, Klingeltönen oder Logos für Handys.

Deutschland-Chef Dillitzer will dennoch die Bezahlangebote ausbauen: "Wir werden verstärkt Dienste wie größeren Speicherplatz für E-Mails oder Video-Downloads anbieten. Auch Dating-Services, also die elektronische Partnersuche, werden immer wichtiger werden." Angesichts der Stärke der jetzt vorgelegten Ergebnisse und des erwarteten Beitrags der übernommenen Suchmaschinen-Firma Inktomi revidierte Finanzchefin Susan Decker die Prognosen für das laufende Jahr leicht nach oben. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll im Gesamtjahr nun zwischen 350 und 380 Mill. $ liegen. Der Umsatz soll auf einen Wert zwischen 1,22 und 1,28 Mrd. $ steigen. Schon im Januar hatte Yahoo seine Erwartungen erhöht. Die jüngsten Erfolge zeigen sich auch im Aktienkurs: Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 20 % zugelegt. Gestern kletterte der Kurs im frühen Handel in New York in einem schwachen Markt um 1,5 % auf 23,2 $.

Trotz des Erfolgs mit Bezahlangeboten bleibt die Suchfunktion der Kern von Yahoo. Die Amerikaner verdienen viel Geld damit, weil Firmen dafür bezahlen, bei den Resultaten der Suche auf einem prominenten Platz zu erscheinen. Analysten halten es für ausgesprochen wichtig, dass Yahoo seine Position als zweitgrößte Suchmaschine nach Google behält. Erst vergangene Woche hat Microsoft angekündigt, dass kräftig in die Programmierung einer eigenen Suchmaschine investiert werden soll.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%