Internet-Provider übernimmt spanischen Konkurrenten Ya.com
T-Online beflügelt T-Aktie

Die Übernahme des spanischen Internetportals Ya.com durch T-Online hat den Beifall der Börse gefunden. Auch die T-Aktie profitierte von dem Deal. Analysten warnen jedoch vor Euphorie.

hz/som FRANKFURT/DÜSSELDORF. Die europäische Expansion des Internetanbieters T-Online und ein Stimmungsumschwung zu Gunsten von High-Tech-Papieren haben die schwächelnde T-Aktie wieder auf Trab gebracht. Der Titel setzte heute seinen Erholungskurs fort und legte zeitweise um über 6 % zu. Auch die T-Online-Aktie befestigte sich deutlich.

Mit der Übernahme des zweitgrößten spanischen Internetportals Ya.com für rund 550 Mill. DM ist T-Online vorerst den Konkurrenten enteilt. Europas größter Internetdienst erschließt sich mit der Übernahme neben dem spanischen auch den südamerikanischen Markt.

Gemeinsam hat die T-Online-Gruppe nun 6,4 Millionen Kunden. Analysten bewerten den Deal als einen "vernünftigen strategischen Schritt". T-Online erhalte so Zugang zu einem Markt mit Potenzial, denn schließlich spreche ganz Südamerika Spanisch oder Portugiesisch, sagte Frank Wellendorf, Analyst der WestLB Panmure. Bisher ist T-Online neben Deutschland nur in Frankreich, Österreich und demnächst in der Schweiz präsent.

Spekulation um erneutes Interesse an Freeserve

Die Akquisition von Ya.com dürfte allerdings nicht der letzte internationale Zukauf des deutschen Marktführers gewesen sein. Spekulationen, wonach T-Online sich erneut für den britischen Internet-Provider Freeserve interessiert, sorgten bereits für einen starken Kursanstieg bei den Briten. Die Freeserve-Aktie stieg gestern um einen zweistelligen Prozentsatz. Ein erster Anlauf, die Briten zu übernehmen, war im Juni am Preis gescheitert.

Der Kampf um die Vormachtstellung unter den europäischen Online Diensten gewinnt durch die Ya.com-Übernahme neue Schärfe. Der italienische Internetdienst Tiscali verhandelt derzeit intensiv über eine Übernahme des holländischen Konkurrenten World Online. Zusammen mit den Niederländern würde Tiscali mit fast fünf Millionen Kunden noch vor AOL Europe zur Nummer zwei in Europa aufsteigen. Auch die France-Télécom-Tochter Wanadoo liebäugelte zuletzt mit einer Fusion mit der Mobilcom-Internettochter Freenet. Ein Zusammenschluss hänge nur vom Preis ab, hieß es an der Börse.

Die jüngsten Kurssteigerungen europäischer High-Tech-Aktien führen Analysten auch auf eine verbesserte Stimmung im Telekommunikations- und Technologiesektor zurück. So legten neben der Deutschen Telekom auch Vodafone, die spanische Telefónica, die niederländische KPN und France Télécom deutlich zu. Allerdings warnen Marktbeobachter vor Euphorie. "Nach den starken Verlusten in den vergangenen Wochen erleben wir bei der Deutschen Telekom eine technische Gegenreaktion", meint etwa DG-Bank-Analyst Robert Vinall. An den fundamental schlechten Daten habe sich nichts geändert. Er empfiehlt Anlegern, die T-Aktie zu "reduzieren".

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