Internet-Sektor unter Druck
Erneut schwacher Start an der Wall Street

In der Woche vor Ostern bleibt der Handel an der Wall Street weiter schwach. Bei niedrigem Handelsvolumen deuten die Futures auf die drei großen US-Indizes am Mittwochmorgen ins Minus.

NEW YORK. Die US-Märkte haben einen volatilen Dienstag hinter sich. Nachdem das Verbrauchervertrauen am Morgen stärker als erwartet ausgefallen war, kletterten die Indizes steil ins Plus, doch schon am Mittag drückten Gewinnmitnahmen auf die Indizes. Eine Minutenrallye kurz vor Handelsschluss brachte den Dow noch einmal auf ein Plus von 70 Punkten und die Nasdaq mit 11 Zählern in grünes Terrain.

Am Mittwoch stehen keine nennenswerten Bekanntgaben aus dem konjunkturellen Umfeld an, und auch bis zum Wochenende stehen nur noch ein Rückblick auf die Produktivität im vierten Quartal und ein Ausblick auf den Einkaufsmanagerindex für März an. Ansonsten sind es überwiegend Unternehmen und Analysten, die die Nachrichtenlage bestimmen.

Einen Überblick über die konjunkturelle Entwicklung leiten Marktbeobachter aus den aktuellen Zahlen von Dow-Schwergewicht General Electric ab. Dessen Bestellungen für kurzlebige Güter wie Glühbirnen seien gestiegen, Bestellungen für langlebige Güter wie Flugzeugturbinen seien noch rückläufig. Das deutet darauf hin, dass der Verbraucher wieder einkauft, die Industrie aber noch schwächelt. Die Aktie notiert vorbörslich schwach behauptet.

Mit Coca-Cola steht noch ein weiterer Dow-Wert unter Druck. Die Aktie verliert leicht, obwohl das Unternehmen am Vorabend gute Zahlen vorgelegt hat. Der weltgrößte Softdrink-Konzern rechnet im laufenden Quartal mit einem Anstieg der weltweiten Absatzzahlen um 4 bis 5 %. Die Spanne liegt im Rahmen der aktuellen Analystenschätzungen. Besonders erfreulich sei eine Nachfrageerholung auf dem eigenen Markt in den USA. Die Analysten von Goldman Sachs und der UBS Warburg äußern sich am Morgen positiv über den Titel.

Unter den Tech-Werten stehen am Mittwoch zahlreiche Unternehmen der Speicherchip-Branche unter Beobachtung. Zu den meist gehandelten Papieren gehört vorbörslich EMC . Das Wall Street Journal berichtet, EMC denke über weitere Entlassungen nach. Nachdem im letzten Jahr bereits 4000 Mitarbeiter ihren Job verloren, sollen nun noch einmal zwischen 1100 und 1900 Angestellte gehen.

Die Analysten von Merrill Lynch nehmen am Morgen den Bereich der Speicher- und Netzwerkchips in Augenschein. Für die Branche gibt man sich bullish: Sobald die Nachfrage anziehe, so die Experten, würden die Gewinnmargen dank erfolgreich durchgeführter Kostensenkungen drastisch steigen und die Aktienkurse stützen. Merrill Lynch setzt Brocade, Emulex, Network Appliances und QLogic auf "kaufen", die Aktien legen vor der Glocke leicht zu.

Schlechter sieht es am Morgen im Internet-Sektor aus. Die Aktie von Amazon verliert mehr als 4 %, nachdem sich die Analysten von Lehman Brothers erneut vorsichtig äußern. Zwar habe der Online-Buchhändler ein respektables viertes Quartal vorgelegt, doch finde man die Aussichten nach wie vor zu "undurchsichtig". Lehman Brothers warnt, vor allem im internationalen Geschäft und im Service-Bereich seien die prognostizierten Umsatzzuwächse "riskant".

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