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Internet-Trainingsprogramm hilft Tinnitus-Patienten

Ambulante Behandlungsmethode soll chronische Beschwerden nach einem Hörsturz lindern

HB TRIER. Internetzugang und ein PC mit Soundkarte sind die Voraussetzungen für ein neuartiges Trainingsprogramm, mit dem Patienten ihren Tinnitus in den Griff kriegen sollen. Entwickelt wurde das so genannte ambulante Ablenkungs- und Entspannungstraining (AET) vom Trierer Universitäts-Psychologen Friedemann Gerhards, der das System für den Einsatz für zu Hause weiterentwickelt hat. (www.psychologie.uni-trier.de) Es soll die Kosten für stationäre Behandlungen deutlich reduzieren.

Drei Millionen Bundesbürger leiden an einem chronisch gewordenen Tinnitus, dem häufig ein Hörsturz zu Grunde liegt. Die Forschung geht heute davon aus, dass es sich dabei um eine Entgleisung der Kontrollmechanismen des limbischen Systems im Gehirn handelt, das normalerweise die Emotionen und die Aufmerksamkeit steuert. Dafür spricht, dass sich durch Ablenkung die Wahrnehmung der Tinnitus-Geräusche abschwächt.

Diese Erkenntnis hat Gerhards genutzt: In 25 Sitzungen lernen die Patienten, sich zu entspannen und gezielt abzulenken. In dem System des Wissenschaftlers beschreibt eine Stimme, begleitet von entspannender Musik, beispielsweise das Bild einer Landschaft, durch die die Patienten im Geiste wandern. Ihre Vorstellung wird dabei allmählich auf die Sonne gelenkt, deren Helligkeit und Wärme sie plötzlich tatsächlich zu spüren glauben. Denn gekoppelt an die suggestiven Worte sind Lampen, deren Licht sich, von einem PC gesteuert, dem Text entsprechend verändert.

So lernen die Tinnitus-Betroffenen allmählich, sich auf andere Dinge als die Ohrgeräusche zu konzentrieren. " Studien mit 150 Betroffenen haben gezeigt, dass die Belastung drastisch zurückgeht", sagt Gerhards. Die Ergebnisse der ambulanten Therapie seien vergleichbar mit denen aus teuren stationären Aufenthalten.

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