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Internet-Werber hoffen wieder auf bessere Zeiten

Nach dem Preissturz für Internet-Werbung in den vergangenen Monaten keimt in der Branche für das zweite Halbjahr 2001 wieder Hoffnung. Auf der zweiten Düsseldorfer Online-Marketing Messe, die am Montag für zwei Tage ihre Tore öffnete, überwiegt Optimismus.

Reuters DüSSELDORF. Allerdings wird unter den vertretenen Firmen auch mit einer Fortsetzung der Konzentrationswelle gerechnet. "Von derzeit 60 Anbietern werden mittelfristig möglicherweise sieben übrig bleiben", sagte etwa Interactive Media-Vorstand Stefan Rabe.

Die Branche war erst vor einigen Wochen durch eine Untersuchung des bekannten Online-Forschungsunternehmens Jupiter MMXI aufgeschreckt worden. Wegen eines Überangebotes an Werbefläche für die so genannten Banner sagte Jupiter einen Preisverfall für diese Anzeigenform im Internet voraus. Schon im ersten Halbjahr 2001 sanken der Studie zufolge die Preise für Online-Werbung um bis zu 30 %. Diese Entwicklung mache der Branche zu schaffen und werde die Fusionswelle noch verstärken, hieß es auf der Messe in Düsseldorf.

"Der Markt wird nur wachsen, wenn große Organisationen entstehen", stellte Werbe-Experte Rabe fest. Die Entwicklung der vergangenen Wochen stützt diese Prognose. So bündelten der Axel Springer Verlag und T-Online ihre Werbeaktivitäten, die Frankfurter DoubleClick kündigte eine Kooperation mit Lycos Europe an.

Den ersehnten Umsatzsprung erhofft sich die Online-Werbebranche durch eine verbesserte Marktforschung, straffere Organisationsformen und eine vereinfachte Buchung von Internet-Werbung sowie durch neue Formate. So soll um die Internetsurfer in Zukunft etwa vermehrt mit großen, von ihrer Form an Wolkenkratzer erinnernden Werbeflächen ("Skyscraper") oder fliegenden Texten mit Bildern und Tönen ("Pop Ups") geworben werden. Mit diesen großen und auffälligen Werbeflächen hoffen die Anzeigenentwickler und Texter das Interesse für Windeln, Autos, Spielzeug, Erotik, Versicherungen oder Finanzdienstleistungen stärker als bisher zu wecken. Zu gute komme der Branche, dass sich der Internet-Nutzer anders als der Fernsehzuschauer nicht durch Werbung gestört fühle, erklärte Rabe. Die Werbe-Botschaft könne schließlich weggeklickt werden.

Im Trend liege auch die gezielte Ansprache des Kunden, ergänzte Double-Click-Geschäftsführer Arndt Groth. "Durch Werbung alleine kommt kein Nutzer mehr ins Netz". Deshalb müsse die Branche ihre Botschaften zielgerichteter als bisher aufbereiten, und zwar trotz aller datenschutzrechtlichen Hürden, unterstrichen Groth und Rabe. Bislang verhindert das deutsche Datenschutzrecht mit seinen im internationalen Vergleich strengen Regelungen das Erstellen von persönlichen Nutzerprofilen. Durchgesetzt habe sich auch die Erkenntnis, dass die bloße Zahl von Seitenaufrufen (Click-Rate) kein sicherer Indikator für den Erfolg einer Werbung sei, fügte AdLink-Geschäftführer Michael Beifuß hinzu: "Wir haben mit der Statistik der Click-Rate viel Schindluder betrieben."

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