Internet-Wörterbücher nicht mehr kostenlos
Babylon folgt dem Modell Napster

Die Internet-Wörterbücher von Babylon können künftig nicht mehr kostenlos genutzt werden. Das israelische Unternehmen stellt seinen Dienst auf ein Abonnement-Modell um, wie es ähnlich auch für die Musiktauschbörse Napster vorbereitet wird. "Wir hoffen, dass wir von den elf Millionen Nutzern fünf bis zehn Prozent halten können", so Babylon-Vorstandschef Roy Machnes.

ap FRANKFURT/MAIN. Die Nutzung der Software und der auf den Babylon-Servern liegenden Sprachwörterbücher und Fachlexika lässt sich Babylon ab Juni mit 20 $ (44,65 DM) im Jahr bezahlen; ein Zweijahresabo kostet 30 $ (67 DM). Dabei handelt es sich um eine Lizenz für einen einzigen Computer. Machnes zufolge soll es aber toleriert werden, wenn ein Kunde die Babylon-Dienste sowohl auf seinem Heim-PC als auch am Arbeitsplatz nutzen will. Das Abo-System wird derzeit schon in Israel, Österreich und der Schweiz getestet. Die kostenlose Nutzung ist künftig auf 30 Tage beschränkt; danach wird der Umfang der Wörterbücher ausgedünnt.

Ein großer Teil der Babylon-Wörterbücher wurde von den Nutzern selbst kostenlos zur Verfügung gestellt - ihnen stehe es jetzt frei, ihren Inhalt vom Babylon-Server zu entfernen, sagte Machnes. "Wir denken nicht, dass wir die Community betrügen. Aber wir müssen uns an die Realität anpassen." Seit der Ankündigung habe es viele Proteste gegeben, aber auch Verständnis für die Entscheidung. So habe Babylon seit der Firmengründung 1997 mehr als acht Mill. Dollar in den Dienst investiert, aber erst mit dem Start von Babylon Pro im Januar dieses Jahres die ersten nennenswerten Einnahmen erzielt. Dabei handelt es sich um eine erweiterte Version der Zugangssoftware, die keine Werbung enthält. Die Erfahrung habe jedoch gezeigt, sagte Machnes, dass Unternehmen die kostenlose Version bevorzugt und die Werbung in Kauf genommen hätten.

Seine wichtigste Leistung sieht Babylon darin, mit einem einzigen Mausklick innerhalb weniger Sekunden die benötigte Information in knapper Form bereitzustellen. Anfang nächsten Jahres soll dies auch mit dem kleinen Palm-Computer möglich sein. Daneben arbeitet Babylon weiter an Angeboten, mit deren Hilfe Unternehmen ihre eigenen Datenbestände für den schnellen Zugriff von Mitarbeitern aufbereiten können. Mit Blick auf die zurzeit schwierige Lage der Internet-Wirtschaft sagte Machnes: "Babylon hat eine sehr gute Überlebenschance."

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