Internetbefragung unter geschiedenen Vätern
Geschiedene Väter werden nicht ernst genommen

Auf die Trennung von Frau und Kindern reagieren Väter nach Ansicht von Bremer Forschern häufig mit gesundheitlichen und beruflichen Problemen.

dpa BREMEN. 37 Prozent der Befragten seien nach der Scheidung an ihrer Arbeit nicht mehr interessiert, 33 Prozent stürzten sich dagegen geradezu in das Berufsleben, sagte der Bremer Soziologie-Professor Gerhard Amendt am Mittwoch. Die Gesellschaft reagiere auf Scheidungsväter mit moralischen Vorurteilen. Amendt: "Es ist nicht en vogue, die Sichtweise der Männer ernst zu nehmen."

Viele Väter leiden der Untersuchung zufolge darunter, dass sie nach der Trennung zu Zahlvätern degradiert werden, die nur noch Geld abliefern, ohne etwas von ihren Kindern zu haben. Amendt: "Scheidungen lösen bei den meisten Vätern eine schwere Krise des Selbstwertgefühls aus." Die Gesellschaft müsse auf die Problematik sensibler als bisher reagieren. Der Wissenschaftler fordert Beratungsstellen für Väter, Psychologen in Betrieben und einen Gesundheitsbericht für Männer.

Grundlage der Studie sind 3 400 Antworten einer Internetbefragung geschiedener Väter. Nach dem Schlussbericht im Sommer 2003 ist eine "Spiegelstudie" geplant, in der auch Scheidungsmütter zu Wort kommen sollen. Das Forschungsprojekt wird von einem Scheidungsvater finanziert, der anonym bleiben möchte.

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