Internetbörse Jiway belastet – Spekulationen um Nachbesserung des LSE-Angebots
OM-Kurs fällt nach enttäuschendem Ergebnis deutlich zurück

Der Aktienkurs der schwedischen OM Gruppen AB gab in Stockholm um mehr als 5 Prozent nach.

hst STOCKHOLM. Die schwedische OM Gruppen AB, die bisher vergeblich versucht hat, die London Stock Exchange (LSE) zu übernehmen, musste auch in ihrem Heimatland einen Dämpfer einstecken. Das gestern vorgelegte Neunmonatsergebnis entsprach nicht den Erwartungen; der Kurs der OM-Aktie gab in Stockholm um mehr als 5 % nach. Die Gesellschaft, die die Stockholmer Börse betreibt und an mehreren ausländischen Börsen beteiligt ist, konnte zwar Umsatz und Gewinn in den ersten neun Monaten 2000 gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern, die Analysten hatten jedoch mit deutlicheren Zuwächsen gerechnet. OM begründete das unter den Erwartungen liegende Ergebnis mit hohen Kosten für die im kommenden Monat startende erste paneuropäische Börse Jiway.

Der Vorsteuergewinn für OM Gruppen zog im Zeitraum auf 569 Mill.skr (66,5 Mill. Euro) an. Nach den ersten drei Quartalen 1999 hatte er nur 390 Mill.skr betragen. Der Umsatz konnte sogar auf 2,1 (1,4) Mrd. skr gesteigert werden. OM rechnet in den kommenden drei bis fünf Jahren mit einem hohen Wachstum.

Die paneuropäische Börse Jiway, ein Joint Venture, an dem OM 60 % und die US-Investmentbank Morgan Stanley Dean Witter 40 % hält, verursachte in diesem Jahr bisher Kosten in Höhe von 154 Mill. skr. Die Internetbörse soll im November an den Start gehen und nach Unternehmensangaben der erste Handelsplatz für rund 6 000 europäische und amerikanische Aktien sein.

Zu dem feindlichen Übernahmeangebot für die LSE gab es keine neuen Informationen. OM hatte vor einem Monat der Londoner Börse ein Übernahmeangebot im Gesamtvolumen von damals 808 Mill. £ unterbreitet und mit diesem nicht abgesprochenen Vorgehen die geplante Fusion der LSE und der Deutschen Börse zur IX gestoppt. Die LSE hat das Angebot der Schweden wiederholt abgelehnt. Da OM teilweise mit eigenen Aktien bezahlen wollte, hat sich der Übernahmepreis seit Ende August durch den Kursfall der OM-Aktie nun auf etwa 716 Mill. £ verringert.

Mehrere LSE-Aktionäre hatten in den vergangenen Tagen eine deutliche Erhöhung des OM-Angebots gefordert. Ein OM-Sprecher lehnte jegliche Kommentare zu einer Nachbesserung des Übernahmeangebots ab. In Stockholm hielten sich jedoch Spekulationen, dass OM sein Angebot nachbessern werde.



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