Internetportal will im Geschäftsjahr profitabel werden
Yahoo streicht Stellen und gibt einen verhaltenen Ausblick

Der Internet-Medienkonzern Yahoo hat im ersten Quartal 2001 die Gewinnzone knapp erreicht und den Abbau von zwölf Prozent der Stellen angekündigt. In Zukunft will sich das Portal mit dem Ausbau kostenpflichtiger Angebote neue Einnahmequellen erschließen und die Abhängigkeit von den Werbe-Erlösen reduzieren. Der Verlust auf der Führungskräfte-Ebene des Unternehmens hält unterdessen weiter an.

rtr/dpa/HB SANTA CLARA. Das Unternehmen teilte am Mittwoch nach Börsenschluss mit, es habe im ersten Quartal unter Ausschluss von Sonderbelastunen einen Gewinn von 7,6 Mill. $ oder einen Cent je Aktie erwirtschaftet. Inklusive außergewöhnlicher Belastungen ergab sich ein Verlust von 11,5 Mill. Dollar. Im Vorjahr hatte der Gewinn 60,5 Mill. $ oder zehn Cents je Aktie betragen.
Das Ergebnis lag am oberen Ende der Analysten-Erwartungen. Die Analysten hatten das Yahoo-Ergebnis zwischen einem Verlust von einem Cent je Aktie und einem Gewinn von einem Cent je Aktie prognostiziert. Yahoo gab einen Rückgang des Umsatzes auf 180,2 (Vorjahr 230,8) Mill. $ bekannt. Die Analysten hatten den Umsatz mit 172,4 Mill. $ erwartet.

Nach Bekanntgabe der Zahlen stieg der Kurs der Yahoo-Aktie im nachbörslichen Handel auf 16,25 $ von 15,86 $.

Yahoo, das 1994 als Suchmaschine startete, ist mit 190 Millionen Nutzern mittlerweile eine der populärsten Internetsites der Welt.

Yahoo-Chef Tim Koogle sagte, das Internetportal wolle sich in Zukunft auf "essentielle Dienste" konzentrieren und beim Marketing sparen. Welche Angebote von der Portalseite verbannt werden sollen, wollte Koogle nicht sagen. Wachstum erhofft sich das Unternehmen von so genannten Premiumdiensten, dazu gehört inn den USA beispielsweise der "Premium Yahoo Finance Service", der Abonnenten gegen Gebühr zugänglich gemacht wird.

Yahoo ist dem Online-Werbegeschäft ausgeliefert

Nach stürmischem Wachstum in den vergangenen Jahren machte der Einbruch bei der Onlinewerbung dem Unternehmen aus Kalifornien schwer zu schaffen. In einem Conference Call mit Anlegern und Analysten sagte Finanzvorstand Sue Decker, "traditionelle Unternehmen" machten aber mittlerweile bereits 80 Prozent der Werbe-Erlöse aus. Die Abhängigkeit von Anzeigenerlösen soll Unternehmensangaben nach reduziert werden. Im vergangenen Jahr machten sie 90 Prozent der Einnahmen aus; angepeilt ist ein Anteil von 80 Prozent.

Neue Personalsorgen und kein Nachfolger für den Chef

Das Unternehmen, das bereits in den vergangenen Monaten den Abgang zahlreicher Manager aus der Führungsebene verkraften musste, gab am Mittwoch einen neuen Weggang bekannt. Heather Killen, die das internationale Geschäft leitet, wird das Unternehmen Mitte Juni verlassen. Killen bleibe aber in den Verwaltungsräten von Yahoo Europe und Yahoo Korea, hieß es.

Yahoo-Chef Tim Koogle hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, dass er den Posten des "Chief Executive Officer" (Unternehmenschef) aufgeben will. Koogle will nach Ernennung seines Nachfolgers bei Yahoo als Verwaltungsratsvorsitzender bleiben. Die Firma erklärte, sie sei angesichts der Fortschritte bei der Nachfolgersuche ermutigt.

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