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Internetwerte stürzen ab

Der Wahlkrimi drückt auf die Stimmung an der Wall Street. Befürchtungen, in Florida könnte erneut abgestimmt werden, schickten die Kurse in den Keller. Investoren wollen endlich Klarheit. Handelsbeschränkungen traten an der Wall Street in Kraft, nachdem der Dow massiv gesunken war. Er konnte sich leicht erholen und schloss auf 10834 Punkten. An der Nasdaq erlebten die Internetwerte einen schwarzen Tag. Der Nasdaq Index verlor 0,97 Prozent und schloss auf 3200 Punkten.

Der größte Dow Verlierer war am Donnerstag Disney. Das Medienkonglomerat ernüchterte Investoren mit den Quartalszahlen. Der Gewinn pro Aktie blieb mit elf Cents sechs Cents unter den Schätzungen der Analysten. Brokerhaus Merrill Lynch stufte Disney zusammen mit den Medienkonzernen Fox und News Corporation ab, da das Brokerhaus ein schwächeres Werbeumfeld prognostiziert. Auch Konkurrent Viacom fällt ins Minus.



Doch nicht nur Medienkonzerne litten unter Befürchtungen vor Rückgängen von Werbeeinnahmen, besonders Internetunternehmen wie Yahoo und AOL gerieten am Donnerstag unter Beschuss. Die Aktien von Internet-Werbeagenturen wurden von einer Gewinn- und Umsatzwarnung von Engage belastet. Das Unternehmen für innovative Marketinglösungen befindet sich mit seiner Hiobsbotschaft in guter Gesellschaft, nachdem die Hauptkonkurrenten Doubleclick und 24/7 Media sich auch skeptisch über ihren weiteren Geschäftsverlauf äußerten. Die Credit Suisse First Boston erwartet, dass der zunehmende Margendruck im Onlinewerbemarkt zu einer weiteren Konsolidierung führen wird. Allerdings dürften die großen Firmen von dieser Entwicklung profitieren.



Mit der Engage Aktien fiel ebenfalls das Papier seines Hauptinvestors, die Internet-Holding CMGI. Der Wert verlor rund 18 Prozent.



Es gebe keinen Internet IPO Markt, begründet Merrill Lynch die Probleme im Internet-Investmentbereich. Die Internet-Holding Internet Capital Group will daher 35 Prozent der gesamten Belegschaft abbauen. Nach Angaben des Unternehmens lasse das Interesse von Investoren an Internetunternehmen nach. Seit März ist es der Internet Capital Group nicht mehr gelungen, ein betreutes Unternehmen an die Börse zu bringen. Die Aktie stürzte um rund 30 Prozent ab.



Probleme hatten auch die Einzelhandelswerte, insbesondere die elektronischen Einzelhandelsketten. Investoren reagierten mit Aktienverkäufen, nachdem Best Buy vor geringeren Gewinnen gewarnt hatte. Auf Grund einer abkühlenden Wirtschaft erwartet die Ladenkette einen Gewinn der 39 Prozent unter den Analystenschätzungen liegt. Auch Konkurrent Circuit City verlor an Kurswert. Wal-Mart befand sich unter den Dow Verlierern.



Kmart verlor ebenfalls. Der Einzelhandelskonzern Kmart hat im dritten Quartal einen Verlust in Höhe von 67 Millionen Dollar oder 14 Cents pro Aktie erzielt. Die durchschnittlichen Analystenschätzungen lagen bei elf Cents pro Aktie. Der Umsatz kletterte um drei Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar. Das Brokerhaus Sanford Bernstein beruhigt allerdings die Anleger. Kmart befinde sich in einem massiven Umstrukturierungsprozess.



Den zweiten Tag in Folge musste die Aktie des Serverherstellers Sun Microsystems Kursverluste hinnehmen. Der Sun Micro-Kurs sank im Sog des Branchenkonkurrenten Network Engines. Nach Ergebnismeldungen von Network Engines waren Bedenken über die Wachstumsaussichten des Sektors aufgekommen. Dell, der weltgrößte Computer-Direktvertrieb, verlor im Vorfeld seiner heutigen Ergebnismeldung für das dritte Quartal um sieben Prozent an Wert. Nach Börsenschluss meldete Dell einen Rekordumsatz für das vergangene Quartal. Das Unternehmen hat die bereits reduzierten Analystenschätzungen mit 25 Cents genau getroffen.

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