Interpublic, Omnicom und WPP stehen hinter Media Port: Internet-Marktplatz für Werbezeiten geplant

Interpublic, Omnicom und WPP stehen hinter Media Port
Internet-Marktplatz für Werbezeiten geplant

Einen neuen Internet-Marktplatz für freie Werbezeiten und-plätze will das junge US-Unternehmen Media Port schaffen. Das Projekt wird von den drei weltgrößten Werbeagenturen - den New Yorker Konzernen Interpublic Group of Cos. und Omnicom Group Inc. sowie der Londoner WPP Group Plc. - unterstützt.

Interpublic, Omnicom und WPP stehen hinter Media Port Internet-Marktplatz für Werbezeiten geplant

NEW YORK. Media Port will den von der Konjunkturkrise hart getroffenen Werbeagenturen helfen, Geld zu sparen: Online sollen künftig die Medienunternehmen freie Werbeplätze in Print, Fernsehen, Radio und Internet an die Agenturen verkaufen.

Die Werbebranche steckt in einer tiefen Krise. US-Marktforscher erwarten, dass auch im neuen Jahr die Ausgaben der Unternehmen für Marketing stark sinken, zumindest bis Mitte des Jahres. Für die Agenturen heißt das: weiter sparen.

Media Port-Chef Michael Lotito will da ansetzen. Der 41-jährige Manager hat zuvor für Interpublic gearbeitet und jahrelang für große Vermarkter mit Medienfirmen verhandelt. Er schätzt, dass es 12 bis 18 Monate dauern wird, bis der Online-Marktplatz voll einsatzfähig ist.

Die heutigen Geschäftspraktiken bei der Vergabe von Werbeplätzen erforderten laut Lotito Unmengen von Papier und Personal. Medienunternehmen und Agenturen verhandeln direkt per Telefon, Fax und E-Mail. "Das System ist anfällig für Fehler, teuer und ineffizient", sagt Lotito.

Media Port ist jedoch nicht das erste Unternehmen, dem dies auffällt. Am Aufbau eines Online-Marktplatzes für Werbezeiten sind schon einige gescheitert: E-Madison und Mediapassage gaben auf. Selbst der Konzern Enron - einst Betreiber des größten Online-Marktes für Energie - wollte in das Geschäft einsteigen; die Pläne fielen dem Bankrott des Konzerns im Dezember zum Opfer.

Größtes Manko: Das neue System würde den Verkäufern der Werbezeiten, den Medienunternehmen, möglicherweise die Kontrolle entziehen über die Art und Weise, wie sie ihre Werbeplätze verkaufen. Lotito versichert, obwohl die großen Drei sich die Profite teilen, wollten sie keineswegs auf diesem Wege das Mediengeschäft kontrollieren. "Wir können alle Geld sparen", sagt er.

Medienfachleute wie Rishad Tobaccowala von der Agentur Starcom Mediavest in Chicago sind skeptisch. Aber die Idee sei gut, fügt er hinzu: "Das grundlegende Konzept ist es, Medienzeiten wie einen Rohstoff zu handeln - und es gibt zentrale Marktplätze für Sojabohnen und Gold, aber keinen für Werbeplatz und-zeiten."

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