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Intershop-Chef Schambach greift Banken an

dpa JENA/HAMBURG. An den verfehlten Geschäftszielen und Firmenpleiten am Frankfurter Neuen Markt tragen die Banken nach Einschätzung des Intershop-Chefs Stephan Schambach eine gehörige Mitschuld. "Die Banken haben, überspitzt formuliert, beinahe jede Bude an die Börse gebracht," sagte der Vorstandsvorsitzende des Softwarehauses der Hamburger Wochenzeitung "Net-Business".

Manche Probleme der Unternehmen am Neuen Markt seien bereits vor ein oder zwei Jahren erkennbar gewesen, wenn die Verantwortlichen nur genau hingesehen hätten. "Das aber haben weder die Banken noch die Börsenaufsicht getan. Viele Internetfirmen seien großzügig mit Vorschusslorbeeren bedacht worden; es sei aber von vornherein klar gewesen, dass ihr Geschäftsmodell nicht funktionieren konnte. Ein Schwachpunkt so mancher Internetfirma liege in der Bilanzierung.

Nicht nur die Banken müssten künftig schärfere Kriterien an die Firmen anlegen, die sie an den Neuen Markt bringen. Schambach forderte, in der Bundesrepublik eine Börsenaufsicht einzuführen, die genauso scharf prüfen darf wie die Securities and Exchange Commission (SEC) in den USA. Die SEC hat das Recht, bei aufkommenden Zweifeln an der Rechnungslegung einer Börsengesellschaft, eine Prüfung der Bilanz anzuordnen. Auf diese Weise seien die Anleger in den USA vielfach vor größerem Schaden bewahrt worden, sagte Schambach. Jüngstes Beispiel sei die Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten in der Rechnungslegung der an der NASDAQ notierten belgischen Firma Lernout & Hauspie gewesen.

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