Intershop gilt als Vorzeigeunternehmen
Analysten empfehlen PC-Ware und Lintec Computer zum Kauf

Inzwischen spielt es bei der Bewertung eines Unternehmens keine Rolle mehr, ob es aus West- oder Ostdeutschland stammt.

swi DÜSSELDORF. Die Analysten sind sich einig: Inzwischen spielt es bei der Bewertung eines Unternehmens keine Rolle mehr, ob es aus West- oder Ostdeutschland stammt. "Vielmehr geht es um die Strategie, um Management und um Produkte", sagt Lars Slomka von ABN Amro. Allenfalls indirekt wirkten sich Subventionen und günstigere Steuersätze positiv auf die Ergebnisse aus, erklärt Tim Schuldt, Analyst bei der DG Bank.

Besonders stark vertreten sind ostdeutsche Unternehmen im IT-Bereich. Der Nemax-Wert Intershop Communications AG gilt als Shooting-Star der Branche. "Intershop ist das bekannteste Unternehmen aus Ostdeutschland und gleichzeitig ein gesamtdeutsches Vorzeigeunternehmen", sagt Analyst Slomka, der soeben seine Kaufempfehlung für die Aktie bestätigt hat. Damit ist er nicht allein: Laut dem Finanznachrichtendienst Bloomberg haben im vergangenen Jahr 14 Analysten den Wert zum Kauf empfohlen, drei setzen ihn auf Halten. Verkaufsempfehlungen gab es dagegen keine.

Gegründet wurde Intershop im Jahr 1992 von dem Physik-Studenten Stephan Schambach. Angefangen hat er in einem Keller in Jena, heute lebt er in San Francisco, dem zweiten Sitz des Unternehmens. Intershop gehört inzwischen zu den weltweit führenden Anbietern von E-Commerce Softwarelösungen. Auf der Kundenliste stehen unter anderem France Telekom, Bosch und die Deutsche Bank.

Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres betrug der Umsatz 32,6 Mill. Euro, eine Steigerung von 243 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Außerdem schreibt das Unternehmen seit dem ersten Quartal Gewinne. Damit wurden die Markterwartungen deutlich übertroffen. "Zurzeit sehen wir Intershop als das international am besten positionierte Unternehmen in seiner Branche", sagt Slomka.

Aber auch die anderen ostdeutschen IT-Unternehmen am Neuen Markt brauchen sich nicht zu verstecken. "Lintec hat die Planzahlen immer mindestens erreicht und sie in 99 % der Fälle sogar übertroffen", lobt Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe die Lintec Computer AG aus Taucha in Sachsen, die seit zwei Jahren am Neuen Markt gehandelt wird. So hatte das Unternehmen im ersten Halbjahr 2000 mit einem Umsatz von 290 Mill. DM gerechnet und ihn dann um fast ein Drittel übertroffen.

Schlienkamp hält den PC-Anbieter für unterbewertet und empfiehlt die Aktie zum Kauf. "Das Unternehmen hat sich deutlich entwickelt und besitzt interessante Beteiligungen", urteilt der Analyst. Besonders gute Kontakte hat Lintec zu Osteuropa. Ein Relikt aus der Vergangenheit: "Die Verbindungen der DDR zu Osteuropa waren traditionell sehr stark. Daraus ist ein Netzwerk entstanden", sagt Schlienkamp.

Bisher wenig beachtet wurde die PC AG-Ware mit Sitz in Leipzig, die seit Mai diesen Jahres am Neuen Markt gehandelt wird. "Das Unternehmen ist noch relativ unbekannt bei Anlegern", sagt Tim Schuldt von der DG Bank. Er empfiehlt die Aktie, die bei rund 27 Euro notiert, zum Kauf und nennt ein Kursziel von 35 Euro. Hauptstandbein des Unternehmens ist das Lizenzgeschäft. So gehört PC-Ware zu den führenden Lizenzgebern für Microsoft-Produkte im Geschäft mit Großkunden. Anfang August hat das Unternehmen die europäischen Niederlassungen eines US-Softwarelizenzgebers übernommen, um weiter zu wachsen.



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