Intershop im Blickpunkt
Neuer Markt startet gut behauptet

Der Neue Markt ist gut behauptet in die neue Woche gestartet. Binnen weniger Minuten stand der Nemax 50 bei 807,22 Punkten. Das war ein Aufschlag von 0,62 %. Der Nemax All Share legte um 0,88 % auf 850,94 Zähler zu.

dpa-afx FRANKFURT. Die US-Börsen hätten gute Vorgaben geliefert, sagte ein Händler. Die US-Technologie-Börse, die Nasdaq , war am Freitag mit einem Plus von 2,61 % auf 1 498,80 Zähler aus der Sitzung gegangen. Deshalb habe er schon im Vorfeld mit Kursgewinnen gerechnet, sagte der Börsianer.

Außerdem hoffe der Markt auf eine weitere Zinssenkung der US-Notenbank um 0,50 Prozentpunkte am morgigen Dienstag. Das werde für weitere Gewinne sorgen. Wenn Alan Greenspan allerdings nicht an der Zinsschraube drehe, dann dürften die Märkte erneut "sehr schwach" tendieren - zumal am Mittwoch in Deutschland ein Feiertag ist. Dann seien die Umsätze meist unbedeutend, die Kursausschläge aber um so größer, hieß es.

Das Ausmaß des Militärschlages der USA sei dagegen nicht prognostizierbar. Zwar werde der Rückschlag der Amerikaner inzwischen erwartet, dennoch dürften die Börsen in diesem Fall mit weiteren Verlusten reagieren. Auch die Warnung von US-Justizminister John Ashcroft vor weiteren Terroranschlägen schüre die Sorgen an den Finanzmärkten.

Die Aktie von Intershop startete mit einem Abschlag von 7,23 Prozent bei 1,54 Euro. Das Software-Unternehmen hatte seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2001 auf 80 Mill. Euro nach unten revidiert und die Entlassung von einem Viertel der Belegschaft angekündigt. Die bisherige Umsatzprognose sei auf Grund der "anhaltenden makroökonomischen Schwäche und der zurückhaltenden Unternehmensausgaben im IT-Bereich" nicht zu halten, hieß es.

Das Unternehmen will dennoch im vierten Quartal auf Ebitda-Basis (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) schwarze Zahlen schreiben. Nach Ansicht eines Händlers sei das aber "nicht realistisch": Die Konsumneigung gehe weiter zurück, die wirtschaftliche Lage sei nach wie vor angespannt. Das habe bereits der Indikator für das US-Verbrauchervertrauen gezeigt. Deshalb werde auch im vierten Quartal - einem wichtigen Jahresviertel für Intershop - weniger in Software investiert.

Billigaktien unter 1 Euro (Penny Stocks) und Pleite-Firmen soll es ab dem heutigen 1. Oktober an den Kragen gehen, um das Image des Neuen Marktes zu verbessern. Dünn wird die Luft für jene, deren Aktienkurs an 30 aufeinander folgenden Tagen unter 1 Euro liegt. Gleichzeitig darf die Marktkapitalisierung (Kurs multipliziert mit der Zahl der Aktien) nicht unter 20 Mill. Euro fallen. Macht ein Unternehmen durch beide Kriterien auf sich aufmerksam, folgt eine Bewährungsfrist von 90 Tagen und dann der Rauswurf aus dem Neuer-Markt-Segment.

Die betroffenen Titel reagierten mit weiteren Kursverlusten: Camelot - immerhin im Nemax 50 notiert - gab 5,06 Prozent auf 0,75 Euro ab. NSE Software - ebenfalls ein so genannter Blue Chip am Neuen Markt- büßte 4,17 Prozent auf 0,46 Euro ein. Teamwork gaben 3,17 Prozent auf 0,61 Euro nach. Telesens notierten 3,13 Prozent unter dem Niveau des vorangegangenen Handelstages und kosteten noch 0,62 Euro. Blue C verloren 3,13 Prozent auf 0,31 Euro, Vizrt 2,86 Prozent auf 0,68 Euro, Tiscon 2,35 Prozent auf 0,83 Euro.

Sechs Firmen zogen wegen der verschärften Regeln vor Gericht - zuletzt die Stuttgarter Heiler Software AG . Einigen, etwa der Berliner Foris AG , räumten die Richter eine verlängerte Karenzzeit ein. Für sie gelten die neuen Regeln, die vom Gericht allerdings im Grundsatz nicht gekippt wurden, erst in sechs Monaten. Foris notierten am Morgen um 0,5 Prozent fester bei 1,95 Euro. Heiler büßten 7,08 Prozent auf 1,05 Euro ein.

Es sei kein Wunder, dass die Penny Stocks fast durchweg nachgeben, sagte der Händler. "Es interessiert keinen Menschen, ob die Aktien jetzt noch 40 oder 50 Cent kosten", ergänzte er. Viel Druck sei aber im Handelsverlauf nicht zu erwarten, denn die neuen Regeln der Deutschen Börse seien schon weitgehend in den Kursen eingepreist, und einige Unternehmen hätten ja noch eine Gnadenfrist.

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