Intershop verloren zeitweise 20 Prozent
Neuer Markt weiter im Aufwind

Nach den guten Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq haben die Kurse am Frankfurter Neuen Markt am Montag ihren Aufwärtstrend fortgesetzt und bis zum Mittag nochmals kräftig zugelegt. Der Blue-Chip-Index Nemax 50 gewann bis um fast fünf Prozent auf 1 595 Punkte hinzu.

Reuters FRANKFURT. Ein Händler sagte, nach den starken Kursverlusten der vergangenen Wochen jetzt bereits eine Bodenbildung in New York und Frankfurt zu verkünden, wäre allerdings verfrüht. Sollte jedoch die Nasdaq zum Wochenbeginn wieder über die Marke von 2 000 Punkten steigen, könnte die seit langem anhaltende Entwicklung mit tendenziell immer weiter fallenden Kursen allmählich gestoppt werden. Im Mittelpunkt des deutschen Handels standen nach einer nach unten revidierten Umsatzprognose die Papiere von Intershop, die zeitweise ein Fünftel ihres Wertes verloren.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index kletterte bis gegen Mittag 4,15 % auf 1 744 Punkte in die Höhe. Nach den extremen Kursverlusten der vergangenen Monate hatten die Kurse am Neuen Markt bereits am Donnerstag und Freitag deutlich gelegt. Am Freitag beendete die amerikanische Technologiebörse Nasdaq ebenfalls am zweiten Tag in Folge den Handel im Plus und gewann 1,63 % auf 1 928 Punkte. Händler sagten, diese freundliche Tendenz an den US-Börsen sei am Montag in Deutschland nachvollzogen worden. Außerdem deuteten die maßgeblichen Futures auf einen erneut freundlichen Handelsbeginn an den US-Börsen am Montag hin. Gegen Mittag stand der Nasdaq-Future mit 41 Punkten oder mehr als zwei Prozent im Plus. Das lasse eine freundliche Eröffnung der US-Technologiebörse erwarten, sagte ein Händler. Allerdings sei die Aussagekraft des Indikators auf Grund schwacher Umsätze begrenzt, hieß es.

Zur möglichen weiteren Entwicklung am Neuen Markt sagten Händler, der Nemax 50 müsse erst einmal die in den vergangenen Wochen unterschrittene charttechnisch wichtige Marke von 1 630 Punkten nach oben durchbrechen. Dann sei auch wieder Luft in Richtung 1 800 bis 1 900 Punkte. Ohne gute Vorgaben aus den USA könne die Marke jedoch nicht genommen werden, hieß es.

Im Mittelpunkt des Handels standen die Papiere des Software-Anbieters Intershop, die bis zum Mittag um 15 % auf 3,89 ? einbrachen. Zwischenzeitlich war der Kurs sogar auf ein neues Allzeittief von 3,40 ? gefallen. Am Morgen hatte das Unternehmen bekannt gegeben, seine Umsatzplanungen für das erste Quartal 2001 nach unten korrigiert zu haben. Der Umsatz werde demnach um rund ein Drittel schlechter ausfallen als bislang geplant. Das operative Ergebnis werde auf dem Niveau des Verlustes aus dem vierten Quartal 2000 erwartet. Unter Verkaufsdruck gerieten auch die Papiere der Adva AG, die sich um 18 % auf 10,81 ? verbilligten. Der Anbieter optischer Netzwerklösungen hatte am Morgen mitgeteilt, für 2001 einen Umsatz von 110 bis 120 Mill. ? zu erwarten. Damit senkte das Unternehmen seine vorherige Umsatzprognose. Außerdem verschob das Unternehmen seine für Montag vorgesehene Bilanzpressekonferenz auf den 28. April. Als Grund dafür nannte Adva die schwierige Konsolidierung von Tochterunternehmen.

Dagegen gewannen nahezu alle Aktien des Biotechnologie- Sektors am Neuen Markt deutlich an Wert. Der seit Anfang des Jahres stark unter Druck stehende Branchen-Index legte bis zum Mittag um fast zehn Prozent zu. Stärkste Gewinner mit einem Plus von fast einem Fünftel waren die Aktien von Lion Bioscience und der November AG, ohne dass die Unternehmen wesentliche Neuigkeiten bekannt gegeben hatten. Auch die Papiere der Medigene AG verteuerten sich um rund 17 % auf 17,90 ?. Zuvor hatte die Investmentbank Goldman Sachs die Medigene-Aktien auf "Market Performer" von "Market Underperformer" hochgestuft.

Im Vorfeld seiner außerordentlichen Hauptversammlung am Dienstag stiegen die Anteilsscheine des Internet-Händlers LetsBuyIt.com zeitweise um knapp 32 % auf 0,58 ?. Händler erklärten den Anstieg mit spekulativen Käufen.

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