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Intershop weist Vorwurf der Kursmanipulation zurück

Das Software-Unternehmen Intershop hat am Donnerstag Vorwürfe zurückgewiesen durch vorsätzliche Falschinformationen den Kurs seiner Aktien manipuliert zu haben. Medienberichten zufolge ermittelt die Staatanwaltschaft Hamburg diesbezüglich wegen der Einleitung von Verfahren gegen das Unternehmen. Mehrere Anwaltskanzleien hätten Schadensersatz-Klagen eingereicht. Zudem prüft das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BaWe) derzeit, ob Intershop gegen Ad-Hoc-Vorschriften verstoßen hat.

bue Düsseldorf. Der Anbieter von Softwareanwendungen teilte weiter mit, weder der Intershop Communications AG noch seinen Vorständen sei der Inhalt der Strafanzeigen oder Einzelheiten der darin erhobenen Vorwürfe bislang bekannt.

Die "Financial Times Deutschland" hatte in ihrer Donnerstausgabe darüber berichtet, dass ein Ermittlungsverfahren gegen Intershop-Vorstandsvorsitzender Stephan Schambach und Finanzvorstand Wilfried Beeck wegen Vorstoßes gegen das Börsengesetz eingeleitet worden sei. Geprüft werde der Vorwurf, Intershop habe durch falsche Informationen den Kurs seiner Aktien bewußt manipuliert.

Die Inteshop-Aktie war am ersten Handelstag diesen Jahres eingebrochen, da die bis dahin geäußerten Prognosen für das Jahr 2000 entgegen früherer Meldungen deutlich verfehlt wurden. Die Strafanzeigen stammten von enttäuschten Anlegern, die durch den Kurssturz der Intershop-Aktien geschädigt worden seien. Intershop wies in seiner Mitteilung alle in diese Richtung lautenden Vorwürfe "mit aller Entschiedenheit zurück". Gegen anderslautende Behauptungen werde sich das Unternehmen "mit allen Mitteln" zu Wehr setzen, so Intershop weiter.

Geschäftsunterlagen sollen Vorwürfe widerlegen

Das Software-Unternehmen verwies in seiner Mitteilung auf die Staatanwaltschaft, die auf Anfrage gegenüber Intershop mitgeteilt habe, die Ermittlungen seien nicht von Amts wegen aufgenommen worden, sondern infolge der Strafanzeigen. Die Aufnahme von Ermittlungen hieße nicht, dass sich derjenige strafbar gemacht habe, gegen den sich das Verfahren richte. 65 % aller Ermittlungsverfahren würden nach Angaben der Staatsanwaltschaft "wieder eingestellt", teilte Intershop weiter mit. Der Vorstand sehe sich jederzeit in der Lage, durch die Offenlegung interner Geschäftsunterlagen Vorwürfe wegen vorsätzlicher Kursmanipulation durch Falschaussage zu widerlegen. Zudem hätten die Vorstandsmitglieder seit mehr als 12 Monaten keine Intershop-Aktien veräussert.

Ermittlungen wegen des Versoßes gegen Ad-Hoc-Vorschriften

Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel schließt nach eigenen Angaben in der kommenden Woche die Prüfung ab, ob Intershop gegen Ad-Hoc-Vorschriften verstoßen habe. Untersucht werde, ob das Unternehmen seine Gewinnwarnung am 2. Januar zu spät veröffentlicht habe, berichtete heute eine BaWe-Sprecherin. Dann entscheide die BaWe-Rechtsabteilung, ebenfalls in der kommenden Woche, ob auch ein subjektives Verschulden des Unternehmens vorliege. Erst danach folge eine Anhörung der Verantwortlichen im Unternehmen und ein mögliches Bußgeld, wenn sich der Verdacht bestätige, sagte die Sprecherin weiter. Über die Höhe eines möglichen Bußgeldes könne derzeit keine Angabe gemacht werden.

Unsicherheiten sollen ausgeräumt werden

Zu den Untersuchungen des BaWe teilte Intershop mit, das Bundesaufsichtsamt habe im Januar 2001 in einem Auskunftsersuchen Intershop um die Zuverfügungstellung von Informationen im Zusammenhang mit seiner Ad-hoc-Meldung vom 2. Januar 2001 gebeten. Diesem Ersuchen sei Intershop ausführlich nachgekommen. Bereits vorher habe Intershop von sich aus sowohl den Privataktionärsverbänden als auch dem BaWe unaufgefordert angeboten, Einsicht in die Geschäftsunterlagen zu nehmen, um aufgekommende Unsicherheiten bezüglich der Informationspolitik von Intershop auszuräumen.

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