Archiv
Interview: 30 Jahre ratiopharm - Unternehmen vermisst Dialog mit Politik

Der Generika-Anbieter ratiopharm vermisst den konstruktiven Dialog mit der Politik und spürt durch Umsatzeinbußen die Auswirkungen der jüngsten Gesundheitsreformgesetze. "Die Leistung der generischen Industrie, die zu 80 % in Deutschland produziert, wird von der Politik unterschätzt", sagte die Marketing- Geschäftsführerin des Ulmer Unternehmens, Dagmar Siebert, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Das Unternehmen feiert am 1. Oktober offiziell sein 30-jähriges Bestehen.

dpa-afx ULM. Der Generika-Anbieter ratiopharm vermisst den konstruktiven Dialog mit der Politik und spürt durch Umsatzeinbußen die Auswirkungen der jüngsten Gesundheitsreformgesetze. "Die Leistung der generischen Industrie, die zu 80 % in Deutschland produziert, wird von der Politik unterschätzt", sagte die Marketing- Geschäftsführerin des Ulmer Unternehmens, Dagmar Siebert, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Das Unternehmen feiert am 1. Oktober offiziell sein 30-jähriges Bestehen.

Obwohl ratiopharm als Europas führendes Generika-Unternehmen dafür sorge, dass Medizin unter anderem in Deutschland bezahlbar bleibe, habe die forschende Industrie im Land weitaus mehr politisches Gewicht. "Die Politik muss sich überlegen, ob sie die Generika- Unternehmen weiter haben will und welche Einsparungen ihnen zugemutet werden können", sagte Siebert. Nicht die Einnahmenseite zu Lasten der Patienten gelte es ständig zu verändern, vielmehr sollte sich die Politik auf Einsparmöglichkeiten auf der Ausgabenseite des Gesundheitswesens konzentrieren. Auch nach der Gesundheitsreform verbleibe ein enormes Einsparpotenzial durch das Verordnen von Generika.

Zwar bekenne sich die Geschäftsleitung uneingeschränkt zum Standort Deutschland, aber die Bedingungen würden laufend überprüft, betonte Siebert. Der seit 1. Januar 2004 geltende Zwangsrabatt von 16 %, die Preissenkungen und sinkende Verkaufs- und Verschreibungszahlen hätten "empfindliche" Umsatzeinbußen zur Folge. Die konkrete Höhe lasse sich erst Anfang 2005 beziffern.

Als Tochter des schwäbischen Familienunternehmens Merckle wurde ratiopharm am 19. September 1974 gegründet. Konzept und Philosophie sind seit 30 Jahren die selben: ratiopharm produziert und vertreibt Pharmaprodukte nach Ablauf ihrer Patente. Diese Medikamente enthalten die Wirkstoffe und Dosierungen der Originalpräparate und sind von gleicher Qualität, sagt ratiopharm.

Preiswerter sind sie, weil die aufwendige und teure Entwicklung entfällt. Mit seinen rund 750 verschreibungspflichtigen und nicht- rezeptpflichtigen Medikamenten hat das Unternehmen im Jahr 2003 insgesamt rund 1,1 Mrd. ? umgesetzt. Weltweit arbeiten rund 2200 Beschäftigte in 24 Ländern für das Pharmaunternehmen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%