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Interview: Aktionärsschützer fordern komplette Entmachtung Niebaums beim BVB

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) fordert die komplette Entmachtung des bisherigen BVB-Präsidenten Gerd Niebaum. "Der Vertrauensverlust ist zu groß", sagte der DSW-Geschäftsführer Carsten Heise in einem dpa-Gespräch.

dpa-afx DÜSSELDORF. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) fordert die komplette Entmachtung des bisherigen BVB-Präsidenten Gerd Niebaum. "Der Vertrauensverlust ist zu groß", sagte der DSW-Geschäftsführer Carsten Heise in einem dpa-Gespräch. Das am Sonntag bekannt gegebene Modell, nach dem Niebaum im November zwar nicht wieder als Vereinspräsident kandidiert, aber Geschäftsführer bleibt, sei aus Sicht der Aktionäre unbefriedigend. "Letztendlich bleibt das ein fauler Kompromiss", betonte Heise.

Eine Machtteilung sei ein guter Ansatz. Heise wirft Niebaum aber vor, diesen Grundsatz moderner Unternehmensführung als Feigenblatt zum Machterhalt zu nutzen. "Niebaum sollte ganz gehen", unterstrich der DSW-Vertreter. Die Argumentation, Niebaum könne sich jetzt ganz auf die Aufgabe eines Geschäftsführers konzentrieren, um den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen, überzeuge nicht. "Das hätte er auch schon vorher machen können", meinte Heise. Der sehr erfolgreiche Bayer-Manager Uli Hoeneß führe nebenbei auch eine Wurstfabrik.

Die DSW will Niebaum auf der anstehenden Hauptversammlung der börsennotierten Kgaa Mitte November im übertragenen Sinne die "gelb- rote Karte" zeigen. "Wir werden die Nichtentlastung der Geschäftsführung beantragen", kündigte der Aktionärsschützer an. Durch die besondere Konstruktion der Kgaa könne nur der Geschäftsführung insgesamt die Entlastung verweigert werden. "Die Nichtentlastung hat keine unmittelbaren rechtlichen Folgen. Es ist ein Vertrauensentzug der Aktionäre, der dokumentiert wird." Dies habe auch schon zu Rücktritten geführt.

Auf der Hauptversammlung der Kgaa will die DSW außerdem den geplanten Stadionrückkauf hinterfragen. "Wir wollen genau wissen, was das kurzfristige Abenteuer gekostet hat", kündigte der DSW - Vertreter an. Das Modell, das Stadion an einen Fonds zu verkaufen und teuer zu mieten, sei von Anfang an ein schlechtes Geschäft gewesen. Diesen Fehler jetzt wieder auszubügeln, sei zwar richtig, aber ein teurer Schritt. "Da hat man doppelt Geld verschenkt", erklärte der Aktionärsschützer. Während der sportliche Erfolg bei einem einzelnen Fußballspiel nicht berechenbar sei, sei das ein grober Managementfehler mit nachrechenbarem finanziellen Schaden gewesen.

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