Archiv
Interview: Automobilverband-Chef: Autopreise werden 2005 nicht weiter sinken

Nach der Rabattschlacht im Dezember werden die Autopreise im neuen Jahr nach Einschätzung der Automobilindustrie nicht weiter sinken.

dpa-afx FRANKFURT. Nach der Rabattschlacht im Dezember werden die Autopreise im neuen Jahr nach Einschätzung der Automobilindustrie nicht weiter sinken. "Der Konsument kann nicht mit einer weiteren Aufwärtsspirale bei den Rabatten rechnen", sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa-AFX) in Frankfurt. "Manche Hersteller werden die Preisnachlässe reduzieren, andere haben die Preise bereits leicht angehoben. Das bisherige Rabattniveau kann sich keiner mehr erlauben."

Grund seien die vielen neuen Modelle sowie die jüngste Entwicklung im deutschen Automarkt, der 2004 erstmals seit vier Jahren nicht mehr geschrumpft, sondern bei 3,24 Mill. Neuzulassungen stabil geblieben sei. Im nächsten Jahr rechnet der VDA mit einem leichten Plus bei den Neuzulassungen. "Wo immer es der Markt erlaubt, werden die Hersteller auch die gestiegenen Rohstoffpreise an den Kunden weitergeben müssen." Insbesondere die hohen Stahlpreise belasteten die Autoproduzenten.

"Der Wert der Fahrzeuge ist auf Dauer nicht vom Preis zu trennen", betonte Gottschalk. Neuwagen seien immer besser ausgestattet, immer sicherer und umweltfreundlicher. 1993 habe der durchschnittliche Listenpreis für ein neues Auto umgerechnet 16 300 Euro betragen. Zehn Jahre später (2003) sei ein Neuwagen mit 22 300 rund 6 000 Euro teurer gewesen. "Dabei entfällt allerdings nur ein sehr geringer Teil auf reine Preissteigerungen - weniger als ein Prozent pro Jahr. Den Löwenanteil - 80 Prozent - machen Wertsteigerungen aus." Airbags, ABS, ESP oder Klimaanlagen seien heute elementarer Bestandteil der Ausstattung. Der höhere Ausstattungsgrad habe sich auch positiv auf die Unfallbilanz ausgewirkt: 2004 werde die Zahl der Unfalltoten um 13 Prozent niedriger als im Vorjahr liegen.

"Der Kunde will nicht billig, billig. Der Kunde ist anspruchsvoll und wird nicht auf Sicherheitselemente verzichten", sagte der VDA- Präsident, der zugleich Präsident des weltweiten Automobilverbandes ist. Gottschalk erwartet, dass das Billigauto Dacia Logan, das in Rumänien gebaut wird und 2005 für 7 500 Euro auf den deutschen Markt kommen soll, vor allem ein Wettbewerber für Gebrauchtfahrzeuge ist. Es trete in Deutschland aber in einem schrumpfenden Marktsegment an. "Der deutsche Autofahrer hat die etablierten Marken im Blick." Im Kleinwagen-Segment hätten die deutschen Hersteller mit dem VW Fox, dem Ford Ka oder dem Opel Agila eigene Modelle entgegen zu setzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%