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Interview: Bayer Bitterfeld strebt deutliches Wachstum als Europastandort an

Der Pharmakonzern Bayer wird im nächsten Jahr die Produktion einer neuen Generation des weltweit bekannten Schmerzmittels "Aspirin" in Bitterfeld konzentrieren. Damit soll der Standort weiter wachsen.

dpa-afx BITTERFELD. Der Pharmakonzern Bayer wird im nächsten Jahr die Produktion einer neuen Generation des weltweit bekannten Schmerzmittels "Aspirin" in Bitterfeld konzentrieren. Damit soll der Standort weiter wachsen. "Wir werden für das Schnupfen-und Grippemittel "Aspirin Complex" den kompletten Produktionsprozess hier haben. Die Kapazitäten sind da", sagte der Geschäftsführer der Bayer Bitterfeld Gmbh, Georg Frank, der dpa. In Bitterfeld hat Bayer seine Produktion von "Aspirin" für ganz Europa.

"2005 werden wir zudem die Marke von 25 Mrd. Stück Tabletten erreichen, die wir seit unserem Bestehen in Bitterfeld hergestellt haben", sagte Frank. Wurden von dem seit April auf dem Markt befindlichen neuen Schnupfen- und Grippemittel bisher 33 Mill. Granulatportionsbeutel produziert, soll die Jahresproduktion 2005 auf rund 50 Mill. Stück steigen.

2003 hat die Bayer-Tochter einen Umsatz von 560 Mill. Euro (2002: 500 Mill. Euro) erwirtschaftet. Für 2004 rechnet Frank mit einem Umsatzwachstum von rund sieben Prozent. Maßgeblich dafür sei die steigende Nachfrage für das ebenfalls neu entwickelte Aspirin "Protect" zur Vorbeugung von Herzinfarkt gewesen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir unsere Erfolgsgeschichte in dem Umfang auch 2005 fortsetzen werden", sagte Frank. In diesem Jahr wurden mit etwa vier Mrd. Stück Tabletten etwa 30 Prozent mehr an frei verkäuflichen Medikamenten in Bitterfeld hergestellt als 2003. "Wir haben 2004 einen großen Schritt gemacht, bei den Investitionen, bei den Arbeits- und Ausbildungsplätzen", sagte er.

Mit der Erhöhung der Kapazität auf 17 000 Jahrestonnen in der Produktion von Methylcellulose seit 2004 am Standort ein weiterer Baustein für künftiges Wachstum geschaffen worden. Methylcellulose ist in der Bauindustrie angesichts immer rationellerer Arbeitsabläufe ein sehr gefragter Hilfsstoff. Dieser ist zum Beispiel im Fliesenkleber, Putz, Mörtel und in Spachtelmasse enthalten.

Die Ansiedlung von Bayer zählte zu den ersten Großinvestitionen in den neuen Ländern nach der Wende. Die im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen seit über zehn Jahren ansässigen Produktionsstätten gelten als Leuchtturm in der ostdeutschen Wirtschaft mit entscheidender Sogwirkung für weitere Investoren im mitteldeutschen Chemiedreieck Schkopau-Leuna-Bitterfeld.

"Wir haben am Standort mehr investiert und mehr Arbeitsplätze geschaffen als ursprünglich geplant - und wir wachsen nach wie vor", sagte Frank. In Bitterfeld beschäftigt Bayer in mehreren Betrieben 756 Menschen, 104 Arbeitsplätze mehr als 2003. Die Investitionen erhöhte der Konzern von ursprünglich geplanten 500 Mill. D-Mark rpt. D-Mark auf nunmehr 630 Mill. Euro, die bisher in den Standort geflossen sind.

Neben frei verkäuflichen Tabletten und Methylcellulose werden in Bitterfeld auch Lackharze für die Automobilindustrie und Ionenaustauscher zur Wasseraufbereitung hergestellt. Zudem ist Bayer an dem deutsch-japanischen Gemeinschaftsunternehmen Hi Gmbh-Bis (Bitterfeld) beteiligt, das im November 2004 mit der Produktion von chemischen Spezialprodukten begann.

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