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Interview: Bei ausländischen Staatsanleihen nicht nur auf Rendite schauen

Anleger sollten beim Kauf ausländischer Staatsanleihen nicht allein auf die Rendite schauen.

dpa-afx MÜNCHEN. Anleger sollten beim Kauf ausländischer Staatsanleihen nicht allein auf die Rendite schauen. Vor allem bei Anlagen in so genannten Schwellenländern sei es wichtig, sich vorher genau über die wirtschaftliche Situation des Landes zu informieren, sagte Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger in München am Montag in einem dpa/gms-Gespräch. "Dort, wo eine hohe Verzinsung geboten wird, besteht auch ein höheres Risiko", nannte Keitel als Faustregel.

Das Beispiel Argentinien zeigt laut Keitel, "dass es selbst bei so einem etablierten Land zu einem Verlust kommen kann." Der hochverschuldete Staat hatte vor knapp drei Jahren seine Zahlungen eingestellt. Gegenwärtig bietet Argentinien seinen privaten Gläubigern eine Umschuldung an, die einen durchschnittlichen Wertverlust der Anleihen von 75 Prozent bedeuten würde.

NIE NUR AUF EIN Land Setzen

Beim Kauf ausländischer Staatsanleihen sollten Anleger daher nie auf ein einzelnes Land setzen. Das Risiko sei mit Sicherheit geringer, wenn auch Länder aus der Eurozone oder den USA ins Portfolio aufgenommen werden, sagt Keitel. "Aber auch Russland war immer ein guter Schuldner."

Wer absolut auf Nummer sicher gehen wolle, sei mit deutschen Staatsanleihen wie den Bundesschatzbriefen gut bedient, so die Expertin. "Die kann man bei der Bundeswertpapierverwaltung sogar kostenlos verwahren lassen." Allerdings sei die Rendite von gegenwärtig drei bis vier Prozent auch geringer als bei ausländischen Papieren: "Dort können es durchaus fünf bis zehn Prozent sein."

Anleger Sollten Nicht NUR Ihrer Bank Vertrauen

Keinesfalls sollten Anleger laut Keitel allein ihrer Bank vertrauen. Im Falle der Argentinien-Anleihen etwa hätten Geldinstitute diese Papiere noch empfohlen, als sich eine Zahlungsunfähigkeit des Landes schon abzeichnete. "Der Anleger hat dann die Beweislast", erläutert die Expertin. Wolle er im Falle eines Verlustes sein Geld wieder haben, müsse er der Bank nachweisen, dass sie ihn falsch beraten hat.

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