INTERVIEW
Börsenexperte begrüßt Xetra US Stars

Professor Wolfgang Gerke von der Uni Erlangen-Nürnberg steht dem neuen Marktsegment positiv gegenüber. "Wir haben dadurch die Chance, Liquidität in US-Titel zu bringen, bevor sie in New York gehandelt werden", sagte er.

dpa-afx FRANKFURT. Das neue Marktsegment "Xetra US Stars" der Deutschen Börse stößt bei Börsenexperten auf Zustimmung. "Ich stehe dem sehr positiv gegenüber", sagte Wolfgang Gerke, Professor für Bank- und Börsenwesen an der Universität Erlangen-Nürnberg, am Donnerstag im Gespräch mit dpa-AFX.

"Wir haben dadurch die Chance, in Deutschland einen globalisierten Markt zu fördern und Liquidität in US-Titel zu bringen, bevor sie in New York gehandelt werden", sagte Gerke. Das entspreche dem von ihm wahrgenommenen Trend zu zentralisierten Orderbüchern, die den Markt mit Liquidität versorgen. Im neuen Segment finden die Anleger die Werte der wichtigsten US-Indizes: Dow Jones Industrial Average, S&P 100, Nasdaq 100 und Dow Jones Global Titans 50. Es soll am 14. September starten.

"Spreads von 3 % bis 4 % halte ich für zu hoch"

Bislang können US-Werte in Deutschland nur zu Parkettkonditionen für den Auslandshandel gehandelt werden. Dabei ist allerdings oft die Spanne zwischen Ankaufs- und Verkaufpreis - der so genannte "Spread" - sehr hoch. Im neuen Segment soll dagegen künftig, wie bei deutschen Standardwerten auch, ein fortlaufender Handel zu Xetra-Konditionen und auf Euro-Basis möglich sein.

Die Deutsche Börse lässt dabei einen Spread von drei bis 4 % zu. "Das halte ich für zu hoch", sagte Gerke. "Es muss gelingen, diesen Spread zu halbieren. Es kann sich dabei nur um ein Maximum in volatilen Zeiten handeln", betonte der Börsenexperte. "Das Entscheidende für den Investor sind die Konditionen, gerade für die großen Investoren."

"Jeder Markt muss erst einmal wachsen"

Gerke kann sich durchaus vorstellen, dass auch Großbanken das neue Segment für ihren Eigenhandel nutzen, insbesondere wenn diese außerhalb der Kernhandelszeiten handeln wollen. Anlaufschwierigkeiten wollte er jedoch nicht ausschließen. "Jeder Markt muss erst einmal wachsen.

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